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TOM AT WORK

Der dänische Designer Tom Rossau begeistert die Designwelt mit seinen spielerischen Leuchten aus Holz. Licht+Wohnen sprach mit ihm über sein Denken und Schaffen.

Natürlich, ökologisch, beständig: das Material Holz hat auch das Lichtdesign erreicht, und hier ist ein Designer hervorzuheben, der mit seinen spielerischen Kreationen auf sich aufmerksam macht. Der dänische Designer Tom Rossau (geb. 1970) startete als Autodidakt seine Karriere im Keller seines Elternhauses. Im Jahr 1997 dann eröffnete er seinen Shop in Kopenhagen und arbeitete bis 2007 vornehmlich mit Holzfurnier als Ausgangsmaterial. 2006 wurden auf der Kopenhagener Möbelmesse die Leuchten TR4 bis TR7 einem breiten Publikum präsentiert; die TR7 gewann gleich den Publikumspreis. Mittlerweile ist Tom Rossau ein ständiger Vertreter auf vielen Designmessen und präsentiert sein großes Produktsortiment. Wir sprachen mit ihm über seine Ideen, sein Arbeiten und natürlich über Holz.     


Einblicke in die Arbeit des Designers Tom Rossau. Hier ist er gerade dabei, eine seiner vielen Holzfurnierleuchten zu fertigen.

Tom, wann haben Sie angefangen, Leuchten und Möbel zu entwerfen?
Tom Rossau:
Ich entwarf meine ersten Leuchten, Stühle und Tische, als ich 1997 meinen Shop in Kopenhagen eröffnete.

Holz ist nicht gerade ein gebräuchliches Material für das Design von Leuchten.
Wieso haben Sie sich für Holz entschieden?
Tom Rossau:
Zunächst habe ich im Jahr 2003 Leuchten aus Kunststofffolie gefertigt und dann festgestellt, dass ich ein Material mit Textur und mehr Natürlichkeit benötigte. Bei meiner Suche stieß ich auf finnisches Birkenfurnierholz. Dieses Material hatte genau den Charakter, den ich gesucht hatte, kombiniert mit hoher Festigkeit und Lebensdauer. Von dieser Entdeckung ausgehend, entstanden aus der Eigenschaft des Holzes heraus eine Menge neuer Entwürfe.

Sie leben und arbeiten in Kopenhagen – eine Stadt, die bekannt ist für berühmtes Design und Architektur. Woher nehmen Sie Ihre Inspirationen?
Tom Rossau:
Der Designprozess hat für mich auch irgendwie etwas Eigennütziges. Ich versuche einfach nur auszudrücken, was ich denke und was ich mir vorstelle. Dies alles kommt aus meinem Inneren und nimmt in verschiedenen Zeichnungen Gestalt an. Für jede Ausgangsidee gibt es mehrere Wege, die man einschlagen kann, sobald ich versuche, eine Idee in ein fertiges Produkt umzuwandeln. Diese Suche nach dem „richtigen Weg“ ist das, was mich am meisten inspiriert. Es kann schon sein, dass ich mich in all den Möglichkeiten einer einzigen Idee verliere – aber ich liebe es einfach sehr, mich in diesem wundervollen „Wald der Kreationen“ zu verlieren.

Wie inspiriert Sie die Natur? 
Tom Rossau:
Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich nicht der eigentliche Designer bin, sondern dass die Fähigkeit, die im Material selbst steckt, das Design schafft. Wenn man so will, bin ich sozusagen nur die „Hebamme“, die hilft, das Material zum Leben zu erwecken.

Was fasziniert Sie am Licht?
Tom Rossau
: Eine gute Frage! Und entsprechend schwierig zu beantworten. Ich denke, das sind verschiedene Aspekte. Licht spielt eine große Rolle in meinem mentalen Wohlempfinden. Einen Lichtschalter einzuschalten, ist der beste Schutz gegen Depressionen. Und mit den Lampenschirmen aus Holz, die wir herstellen, bekommen wir ein warmes Licht, das gerade in den grauen Wintermonaten beruhigend wirkt. Holz funktioniert hierbei richtig gut – selbst das kalte blaue Licht einer Energiesparlampe wird durch Holz abgemildert.


Tom Rossau bei der Arbeit.

Was ist Ihre Meinung über die „gute alte“ Glühlampe, und wie denken Sie über die neue LED-Technologie?
Tom Rossau:
Der Verkaufsstopp wirkt etwas voreilig, doch ich hoffe auch, dass dies die Entwicklung umweltfreundlicher Lichtquellen vorantreiben wird. Für mich steht außer Frage, dass LEDs die Zukunft gehört – aber ich glaube, es ist hier noch eine große Lücke zu schließen, bevor die LED als Ersatz für die Glühlampe in Betracht gezogen wird. Aus Sicht des Designprozesses kann ich nur eine Sache über LEDs sagen: Je kleiner die Lichtquelle, desto größer das kreative Potential. Es gibt durchaus Potential, in sechs bis acht Jahren bahnbrechendes, neues Design basierend auf LEDs zu entwickeln. Ich hoffe, dass wir dann Entwürfe mit LED-Technologie sehen werden, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können. Ich verspreche, dass ich meinen Teil zur Suche nach diesen neuen Kreationen beitragen werde.

 
 
 
 
     
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