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VOLLE FAHRT VORAUS - IN RICHTUNG LED-DESIGN

Nach vorne schauen und seiner Linie treu bleiben – unter diesem Motto gestaltet der Hamburger Designer Tobias Grau seit 25 Jahren mit hanseatischer Gelassenheit seine innovativen Leuchten. Licht+Wohnen sprach mit ihm über Lichtdesign und LED.

Das Unternehmen „Tobias Grau“ zählt mittlerweile zu den bekanntesten und erfolgreichsten Leuchtenherstellern. Auch viele renommierte Designpreise konnten Sie gewinnen. Worin liegt der Grund für ihre Erfolgsstory?
Wir versuchen, immer weiter zu denken, nach vorne zu schauen und befinden uns auf einer Art Reise mit vielen Veränderungen, die einen auch mal dazu veranlassen kann, Ideen zu verwerfen. Wichtig ist aber, seiner Linie treu zu bleiben. Auch bei unserem neuen Schalterprogramm bleiben wir unserer Linie treu, obwohl wir hier keine klassische Leuchte entworfen haben. Unser Motto ist: beste Qualität „made in Germany“.


Das stylishe Firmengebäude von Tobias Grau in Hamburg.

Die Architektur Ihres Firmengebäudes in Hamburg ist ja sehr stylish und innovativ gestaltet. Ist dies auch Teil der Unternehmensphilosophie von Tobias Grau?
Auch für das Firmengebäude galt es – wie bei einer Leuchte –, das Beste hinzubekommen. Ich hatte 1998 die Idee, wie das Gebäude aussehen könnte, und wollte auch hier etwas Innovatives und Futuristisches schaffen, ein ganzheitliches Konzept mit transparenten Räumen für ein angenehmes Arbeitsklima. Es gab ein klares Briefing an die Architekten. Entstanden ist das Gebäude durch die Hamburger Architekten Bothe Richter Teherani. Zu seiner Zeit und auch heute noch wirkt es wegweisend und sehr progressiv – auch was die Photovoltaik-Fassade betrifft, waren wir mit dem Gebäude einer der Vorreiter.

Herr Grau, Sie sind seit 1984 als Designer für Möbel und Inneneinrichtung, aber auch für Leuchten, tätig.
Wie sind Sie vom Design auf das Thema Licht gekommen?
Da war auch ein bisschen Zufall mit im Spiel. Ich hatte eigentlich als Designer für Inneneinrichtung angefangen und mache dies – nebenbei bemerkt – auch heute noch, allerdings nicht für private Kunden. Auch hier in unserem Büro sind fast alle Möbel von mir selbst entworfen. Damals habe ich dann auch Aufträge bekommen, Leuchten zu entwerfen, und habe diese zunächst mal bauen lassen. Daraus ist dann die Leidenschaft zum Lichtdesign entstanden.


Tobias Grau

Was fasziniert Sie am Lichtdesign?
Beim Licht steckt so viel Innovationskraft drin, z.B. schon allein in der Halogentechnik. Bei Möbeln wiederum finden sich weniger technische Innovationen, das Design steht im Vordergrund. Beim Licht spielt beides eine Rolle – Design und Innovation –, und das ist das Faszinierende. Mit Licht kommt man immer zu etwas Neuem, man muss sich nicht wiederholen. Natürlich sind bei Wohnraumleuchten auch das Design, das Schöne und Sinnliche entscheidend. Außerdem fasziniert mich auch die „kulturelle Bindung“ zum Licht. Kunstlicht ist noch etwas relativ Neues; denken Sie daran, dass es die Glühlampe erst seit ca. 100 Jahren gibt.

Auf der Light+Building 2010 haben Sie sehr viele neue LED-Leuchten, wie z.B. die „Falling in love“, „Bill LED“ oder das Büroleuchtenprogramm „XT-A LED“ präsentiert. Wie ist die Akzeptanz der Verbraucher, was Ihre LED-Leuchten betrifft?
Es gibt immer zwei Gruppen von Verbrauchern – die einen spricht das Thema sofort an, diese suchen immer das Neueste, das Innovative. Und dann gibt es die Verbraucher, die erst mal abwarten möchten, wie sich die Technologie in Zukunft entwickelt. Wir erklären unseren Kunden, dass es mittlerweile auch „gutes“ LED-Licht gibt, denn es gibt durchaus auch „schlechtes“ LED-Licht. Und dann führen wir dem Kunden anhand unserer Leuchten die Vorteile von LED-Beleuchtung auf, die z.B. in der Energieeffizienz und der langen Lebensdauer liegen. Mittlerweile erkennt man bei unseren Leuchten gar nicht mehr den Unterschied zum warmen Licht einer Halogenlampe. Wir als Unternehmen setzen auf das Thema LED und sehen, dass wir deutlich an Akzeptanz gewinnen.


"Falling" von Tobias Grau.

Welche Tipps geben Sie Kunden beim Leuchtenkauf generell und bei LED-Leuchten im Speziellen?
Setzen Sie möglichst Lampen mit geringen Wattzahlen und Dimmfunktion ein, denn hier kann man richtig Strom sparen, und nebenbei sorgen Sie beim gedimmten Licht für eine schöne Wohlfühlstimmung. Bei LED-Leuchten sollte man den Händler zwei Fragen stellen. Erstens: Welche Farbwiedergabe hat die LED? Ein CRI-Wert über 90 sollte es schon sein (Anm. d. Red.: CRI steht für Colour Rendering Index und beschreibt, wie brillant das Licht in seiner Wirkung ist – optimal ist das Sonnenlicht mit einem CRI von 100). Zweitens: Welche Lichtfarbe hat die LED? Meine Antwort hierauf lautet: Ca. 3.000 Kelvin (Anm. d. Red.: Kelvin ist die Einheit für „Lichtfarbe“). Bevor man sich eine neue Leuchte kauft, sollte man sich vorher fragen, wo man das Licht haben möchte, in welcher Zone des Raumes. Möchte ich einen Strahler, eine indirekte Beleuchtung, eine Decken- oder Wandleuchte? Wichtig ist auch, dass nicht die Leuchte der hellste Punkt sein sollte, sondern die Fläche, auf die das Licht strahlt. Also: Immer zunächst den Bedarf klären, bevor es in den Shop geht.

 
 
 
 
     
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