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Luxhaus

Ab August gibt es in der Hausausstellung  „Eigenheim und Garten“ in Fellbach bei Stuttgart ein neues Highlight zu entdecken:  Luxhaus, bekannt für exklusive Energiesparhäuser, hat sich mit dem Nürnberger Designer Markus Bischof zusammengetan, um dem Musterhaus das gewisse Etwas zu verleihen. Im Musterhaus am Luxhaus-Werksstandort Georgensgmünd bei Nürnberg sprachen wir mit Carolin Seufert, bei Luxhaus verantwortlich für PR und Marketing, und Markus Bischof über kindliche Neugier, Cabriofahrten durch Südfrankreich und über Licht und Design.


Carolin Seufert von Luxhaus und Designer Markus Bischof im Gespräch mit Emre Onur, Chefredakteur von Licht+Wohnen (l.).

Carolin Seufert, Sie sind bei Luxhaus für PR und Marketing zuständig, und privat wie beruflich sehr interessiert an Design, Einrichtung und Fashion. Woher kommt die Begeisterung für diese Themen, und wie verbinden Sie das beruflich?

Carolin Seufert: Die Möglichkeit, dies beruflich zu verbinden, ist natürlich eine großartige Sache, die sicherlich nicht bei vielen Unternehmen in dem Umfang gegeben wäre wie bei Luxhaus. Ich umgebe und beschäftige mich gerne mit Schönem, und wenn man im Architekturbereich tätig ist, erschließen sich Themen wie Design und Einrichtung ganz von allein. Damit unterscheiden wir uns natürlich auch von Mitbewerbern, die den Fokus sehr auf das Thema „Haus“ legen. Wir schnüren unseren Kunden ein Gesamtpaket, in dem Atmosphäre, Gestaltungsmöglichkeiten und Inspirationen drinstecken – das ist etwas, was das Unternehmen von anderen unterscheidet und mir einfach Spaß bei der Arbeit bringt. In diesem Musterhaus (A.d.R.: Georgensgmünd) konnte ich mich im Wohn-Essbereich austoben, indem ich ihn komplett stilistisch umgestaltet habe. Wo immer ich darf und wo immer man mich lässt, mache ich das sehr gerne. Der Gestaltungsprozess läuft bei mir eher assoziativ ab. Ich lasse mich nicht ausschließlich von Trends inspirieren, sondern mir geht es darum, eine schöne Atmosphäre zu schaffen.


Außenansicht von Süden: Abends erstrahlt das Musterhaus Fellbach in schönstem Licht.

Im Musterhaus Fellbach, das ab August eröffnet wird, wurden auch Möbel des Designers Markus Bischof eingesetzt. Wie kam denn die Zusammenarbeit zustande?
Markus Bischof:
Wir haben uns im September bei einer Veranstaltung von BayernDesign kennengelernt. Wir waren beide während des Abends in permanente Gespräche eingebunden, so dass wir das Wort gar nicht aneinander richten konnten. Als sich Carolin dann freundlicherweise verabschiedet hat, hab ich gemeint, ich geb noch ein kurzes Geleit zur Tür. Und das war dann eigentlich der Weg, wie wir uns kennengelernt haben.
Carolin Seufert:
Du hast mir im Grunde in drei Minuten erklärt, was du machst. Schon vorher hatte ich ein paar Produkte von dir gesehen, die ausgestellt waren. Ich fand, das hörte sich sehr spannend an.


Im kreativen Austausch entstehen die besten Ideen: Carolin Seufert und Markus Bischof im Gespräch.

Woher holen Sie Ihre Ideen und Inspirationen?
Markus Bischof:
Gerne vergleichen wir uns mit Kleinkindern, die gerade die Welt entdecken, die Spaß haben und Sachen ausprobieren. Dabei sind wir nicht grundsätzlich auf der Suche, sondern wir sind einfach neugierig und wollen entdecken. Außerdem stellen wir Sachen in Frage. Ich glaube, ich würde nicht so kreativ sein, wenn ich ständig auf der Suche nach Inspiration wäre. Es kommt einfach. Es kommt mit Bedürfnissen, mit Emotionen und Analogien. Es ist auch eine gewisse Haltung, die man allen Produkten gegenüber hat. Wenn ich jetzt dieses Glas anschaue (zeigt auf das bunte Trinkglas auf dem Tisch), habe ich dem Glas gegenüber eine Einstellung. Auf Unternehmen übertragen: Wenn man den Namen Luxhaus hört und öffnet die Internetseite, dann bekommt man eine Grundhaltung dem Unternehmen gegenüber. Die Inspiration kommt aus dem eigenen Bedürfnis und der Intuition heraus. Ich nenne das das „Pippi-Langstrumpf-Prinzip“ – mach dir die Welt, wie sie dir gefällt! Die Tätigkeit als Gestalter sehe ich als ein enormes Privileg, mit dem wir absolut verantwortungsvoll umgehen müssen – das ist unsere Pflicht! Aber wir haben eben auch die Möglichkeit, dass wir Umgebungen und Gegenstände gestalten können, welche die Menschen vielleicht ein wenig glücklicher machen. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Im Gestaltungsprozess arbeite ich gerne mit Wörtern, denn Wörter sind „jungfräulich“. Wenn ich eine Skizze erstelle, dann kommuniziert diese bereits einen Inhalt. Das heißt, ich kann auf dieser Skizze zwar aufbauen, bin aber eigentlich schon in eine Richtung manipuliert. Anders ist es, wenn wir mit Wörtern gestalten. Wir setzen eine Analogie voraus und bauen auf den Wörtern auf. Es bildet sich eine Wortmatrix heraus, die uns plötzlich ganz viele Möglichkeiten eröffnet. Für jeden selbst erzeugen diese Worte ganz eigene Assoziationen.


Skizze der Außenansicht des Musterhauses. Die dunkle "Anthra-Zinc"-Fassade ist ein wesentliches Merkmal.

Ein wirklich sehr interessanter Gedanke. Carolin Seufert, Sie gehen sicherlich ganz anders an das Thema Inspiration heran als ein Designer?
Carolin Seufert:
Ja, dabei sind mir Gespräche ganz wichtig. Das ist einfach ein spannender Austausch, und da entstehen tatsächlich auch Ideen. In meinem Job kann ich mich zwar nicht nur mit diesen Dingen beschäftigen, habe aber das Privileg, viel Zeit damit verbringen zu dürfen. Wenn ich etwas Interessantes sehe, lege ich es beiseite und merke es mir. Sobald sich die Möglichkeit bietet, dieses einzubringen, hole ich das dann wieder hervor. Oft ist es nur ein einzelnes Produkt oder ein Bild, das dann den Ausschlag gibt. Es kann auch ein Thema sein, bei dem man sagt: Das ist eine tolle Idee für einen Raum, oder: Dieses Produkt würde ich gerne irgendwie unterbringen. Ich sehe eine Leuchte und denke mir: Diese jetzt in solch einem Raum, und dann könnten dazu diese Möbel und jene Farben passen – das ist es! Es sind Ideen, die immer mitschwingen, und wenn sich irgendwann die Gelegenheit ergibt, kann man diese hervorholen und so modifizieren, dass es passt.

CAROLIN SEUFERT

Geboren in Heidelberg, Studium der Gesellschafts und
Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste in Berlin, seit 2008 für Kommunikation
und gestalterische Themen beim Energiesparhaushersteller
LUXHAUS zuständig. www.luxhaus.de


Was bedeutet für Sie gutes Design? Muss es funktional sein, Emotionen wecken oder einen großen Namen tragen?
Carolin Seufert:
Für mich persönlich ist gutes Design immer die Liebe zum Detail. Es kommt darauf an, wofür ich das Design einsetzen möchte. Einerseits geht es darum, Atmosphäre und Räume zu schaffen, in denen sich die Menschen schon beim Eintreten des Hauses wohlfühlen. Gleichzeitig geht es aber auch darum, dass sie sich das Konzept merken. Ich muss ganz unterschiedliche Kunden mit unterschiedlichem Kenntnisstand, unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten und unterschiedlichem Bildungshintergrund abholen und ihnen das Gefühl geben, das interessiert mich, das ist spannend, das merke ich mir. Da kann es schon mal wichtig sein, dass ein Objekt einen großen Namen trägt. Design-
klassiker, wie wir sie zum Beispiel auch im Musterhaus LUXHAUS|frame. in Köln verwendet haben, schaffen einfach einen Wiedererkennungswert. Leute, die sich überhaupt nicht mit Design beschäftigen, haben zumindest alle schon mal die Liege von Le Corbusier gesehen. Die sagen sich: Das kenne ich, und wissen automatisch, das ist was Gutes und hat eine gewisse Wertigkeit. Es geht einfach darum, in Erinnerung zu bleiben und positive Eindrücke zu vermitteln. Da sind einzelne Objekte manchmal sehr hilfreich, denn es ist durchaus wichtig ein harmonisches Ganzes zu schaffen.
Der Grundgedanke ist dabei entscheidend, aber den muss man variabel adaptieren können, so dass ich verschiedene Geschmäcker anspreche. Dabei kann man bestimmte Elemente einbringen, um etwas Witziges, etwas Elegantes, etwas Puristisches oder Romantisches zu schaffen. Es geht darum, mit einzelnen Dingen zu spielen und gleichzeitig das Gesamtkonzept im Auge zu behalten.


Carolin Seufert, Emre Onur und Markus Bischof (v.l.).

Ihre Musterhäuser sind ja komplett eingerichtet. Welche Philosophie steckt bei Luxhaus dahinter?
Carolin Seufert:
Grundsätzlich kann ich mit einem Musterhaus nur einen Gedankenhaken setzen, so dass man sagt, hier fühl ich mich gut aufgehoben, das gefällt mir. Ich möchte, dass das Haus funktioniert, aber es darf nicht zu stark „Bewohntheit“ suggerieren, sondern soll den Charme des Unbenutzten wahren. Interessenten fragen schon auch mal: Was ist das, von wem ist das, wo bekomme ich das her? Ich erhalte auch häufig Anfragen von Leuten, die eines unserer Häuser in einer Zeitschrift gesehen haben. Aber letzten Endes statten wir die Häuser aus, um die Idee, die hinter den Musterhäusern steht, zu vermitteln. Das Gefühl fürs große Ganze: Such dir nicht jedes Detail einzeln aus, denk immer daran, es wirkt alles zusammen. Achte darauf, dass eine Qualität gegeben ist, dass eine gewisse Zeitlosigkeit vorherrscht. Solche Dinge können wir in der Beratung weitergeben und an unseren Musterhäusern zeigen. Dabei ist übrigens auch das Thema Beleuchtung sehr wichtig. Ich kann mit einer Leuchte einem sehr schlichten Raum ganz viel Glamour verleihen, Eleganz oder etwas Humorvolles. Ich kann ihn aber auch komplett ruinieren!


"Circolo Tris" (Markus Bischof) für Sattler Objektlicht) besteht aus einem ringförmigen Aluminiumprofil und ist in zwei Größen erhältlich.

Das Stichwort Beleuchtung muss ich natürlich aufgreifen. Ich finde sehr wichtig, dass bei Luxhaus die Beleuchtung schon integriert wird – von der Lichtsteuerung, den Schaltern bis hin zu den Leuchten. Ich denke viele Kunden und Verbraucher wissen nicht so recht, wie sie mit der Beleuchtung in ihrer Wohnung umgehen sollen. Denn oft fehlt es an Ideen und Informationen. Wie wichtig ist die Lichtplanung bei Luxhaus, gerade auch im Hinblick auf LED-Technologie?
Carolin Seufert:
Bei der Leuchte ist es ja nicht nur das Designstück, sondern es kommt eine ganz wichtige Komponente dazu: das Licht. Durch die falsche Beleuchtung kann man ganze Räume zerstören. Wir raten immer dazu, einen Lichtplaner heranzuziehen, und haben verschiedene Partner, die wir weiterempfehlen, damit die Kunden zum Thema Licht von Experten beraten werden, denn hier hören auch unsere Kompetenzen auf. Uns ist es ein Anliegen, dazu zu raten, weil wir einfach wissen, wie wichtig dieser Aspekt ist. Die Leuchten an sich, also Designleuchten, haben zusätzlich den Effekt, Räumen eine bestimmte Richtung zu geben. Genauso wichtig ist aber auch indirekte Beleuchtung, die überhaupt nicht oder nur ganz sublim wahrgenommen wird. Sie entscheidet darüber, ob man sich wohlfühlt oder nicht, ob eine kühle Stimmung vorherrscht oder eine warme. Ist es vielleicht zu viel oder zu wenig Licht? Die LED-Technologie ist dann wichtig, wenn es um das Thema Energieeffizienz geht. Gerade beim Plusenergiehaus ist es sogar Pflicht, LEDs einzubauen.

Markus Bischof, welche Rolle spielt für Sie das Thema LED?
Markus Bischof:
Die LED hat als Leuchtmittel ganz neue Wege beschritten. Sie fordert uns alle heraus: Designer, Hersteller und auch Verbraucher. So muss man etwa wissen, dass eine LED auch heiß werden kann und Kühlung benötigt (Thermomanagement). Selbst unsere Holzleuchte SIGMA hat einen integrierten Kühlkern erhalten. An die Designer und an die Hersteller wird der Anspruch gestellt, verantwortungsvoll mit dem Leuchtmittel umzugehen. Wir produzieren mit einer billigen LED, die dann nicht funktioniert, viel Müll. Natürlich ist eine hochwertige Marken-LED kein günstiges Produkt, und dennoch ist es begründet, warum sie so viel Geld kostet. Auf der Light+Building hatten wir das Thema digitales Licht. Denn wir sprechen heute von einem Licht, das es in Zukunft gar nicht mehr geben wird. Reflektieren wir doch einmal, was unser Mobiltelefon heutzutage kann. Wenn wir das analog zu unserer Lichtquelle sehen, dann wird aufgrund der wachsenden Bedürfnisse, die aus den Möglichkeiten resultieren, zukünftig ein viel höherer Anspruch an das Licht gestellt werden. Wir werden sehr individuell mit Licht umgehen können, sei es durch Simulationen oder Materialkombinationen, und wenn wir die OLED weiter entwickeln, haben wir bald Oberflächen, die leuchten.


Die "Sigma"-Leuchte von Markus Bischof gewann den renommierten
red dot design award 2012.


Ein enormer Umbruch, der da passiert...
Markus Bischof:
Ja, total. Und da muss man natürlich auch das Potential sehen. Über hundert Jahre haben wir jetzt mit der Glühbirne gelebt. Das ist ja eigentlich ein spannendes und scheinbar solides Produkt gewesen – aber jetzt geht die Evolution eben weiter. Die LED, und damit meine ich beispielsweise Stripes, dürfen nicht als günstiges Trendobjekt gesehen werden. LED-Licht ist und kann mehr als Dekoration. Man muss sich heutzutage definitiv mehr mit Licht auseinandersetzen. Auch wenn man sich ein Luxhaus kauft, geht es darum, die eigenen Bedürfnisse und Ansprüche zu reflektieren: Wie hat mein Grundriss auszusehen, wo will ich meine Möbel hinstellen, was will ich ausleuchten, wie läuft mein Tag ab, welches Licht brauche ich eigentlich und wie? Welches Licht brauche ich in der Küche zum Arbeiten, welches Licht am Tisch oder im Wohnzimmer? Wenn man sein eigenes Lebensszenario kennt, wird man auch die Produkte finden, die für einen am besten geeignet sind. Es ist ganz wichtig, sich erst einmal selbst zu kennen.

Sich selbst kennen, ein durchaus wichtiger Aspekt – wer ist bei Luxhaus die Zielgruppe?
Carolin Seufert:
Es gibt generell drei Zielgruppen. Das ist zum einen die Familie, die ist bei uns so Anfang bis Mitte 30. Dann gibt es die Zielgruppe der „double income no kids“ oder „Kinder aus dem Haus“, die sich etwas ganz Besonderes gönnen. Und es gibt die Zielgruppe 50 plus: „Ich baue noch mal, ich verkleinere mich vielleicht, aber ich baue diesmal nicht für andere im Sinne von Nestbau, sondern ganz für mich.“ Das sind oft die ausgefallenen, spannenden Häuser. Grundsätzlich ist Bauen sicherlich ein Stück weit Gruppenzugehörigkeit – sich anpassen, sich irgendwo einordnen im Sinne von „wie bin ich“ und vielleicht auch irgendwo zuordnen, also eher „wie wäre ich gerne“. Doch was habe ich von einem Haus, das nach außen schön ist, aber nach innen nicht auf meine Bedürfnisse ausgelegt ist?

MARKUS BISCHOF

Der gelernte Tischler studierte Integriertes Produktdesign
in Coburg. 2010 wurde das Designbureau in
Nürnberg gegründet. Seither entstanden über 200
Konzepte und Produkte für den Markt. Markus Bischof arbeitete bereits während des Studiums
als Stipendiant bei Karim Rashid in New York. Anfang 2012 wurde das eigene Möbellabel “… von
freilaufenden glücklichen Handwerkern!” gegründet.



Ich komme noch mal auf das Musterhaus Fellbach zurück. Dort ist ein Möbelstück von Markus Bischof geplant, das „Eckband“, eine Mischung aus Sitzbank und Liege, Garderobe und Einrichtungsmöbel. Wie kam es zu der Idee?
Markus Bischof:
Bei einem der ersten Gespräche wurde das Bedürfnis formuliert, dass es im Haus einen Bereich gibt, der bestimmte Funktionen erfüllen soll. Einzelmöbel hätten den Raum jedoch überladen, und so haben wir uns an ein integriertes Objekt gewagt. Aus einer analogen Situation heraus entstand dann das erste Konzept. Wir hatten damals den Auftrag für die Neugestaltung einer Eckbank – und weil man ja auf alles Bezug nimmt und gerade zu dem Zeitpunkt Eckbänke von Möbelhäusern modern interpretiert wurden, musste unsere Eckbank etwas ganz Einzigartiges sein. Hier bin ich wieder meinem „Pippi-Langstrumpf-Prinzip“ gefolgt: Wir haben uns vom Archetyp verabschiedet und das „Eckband“ entstehen lassen. Mit Blick auf Luxhaus bedeutet dies, dass es kein Möbel von einem Polsterhersteller ist, sondern eigentlich ein Möbel für einen Haushersteller – weil man das Möbel wirklich so auslegen kann, dass es sich als Band durch den Raum zieht. Und der Gedanke war dann eben auch, dass es ein Systemmöbel ist, das verschiedene Funktionsbereiche abdeckt. Zum einen funktioniert das Eckband als Liege, gleichzeitig aber auch als Garderobe oder Regal.


Designstudie: Das Funktionsmöbel "Eckband" wurde von Markus Bischof eigens für das Fellbacher Musterhaus entworfen.

Carolin Seufert: Die Anforderung war, dass sich eine Änderung im Grundriss ergeben hat und ein Bereich von der gegenüberliegenden Seite des Flures mit in den Wohnbereich übernommen werden sollte. Zudem war auch eine Garderobe notwendig. Eine Garderobe ist natürlich ein ganz typischer Aspekt des „Außen“, und wenn ich in meinem Wohnbereich ständig auf eine Garderobe schaue, ist das relativ unattraktiv. Das sieht sehr nach Aufbruch aus. Mein Wunsch war es, ein Element aus dem Wohnbereich aufzugreifen – in diesem Fall ein Bücherregal –, das die erforderlichen Funktionen erfüllt, sprich, das als Garderobe nutzbar ist. Das ist, denke ich, mit dem skulpturalen Eckband ausgezeichnet gelungen.
Markus Bischof: Für die Ausarbeitung der Details haben wir uns dann gemeinsam ein passendes Thema überlegt. Es ging um die Materialwahl und Integration der einzelnen Komponenten, wobei wir diese so wählen wollten, dass der emotionale Charakter sichtbar wird. Und so sind wir eben in die „imaginäre“ Cabrioletfahrt eingetaucht. Wir hatten definitiv Ledersitze mit feinen Nähten und dazu gebürstetes Aluminium. Der Inhalt eines großen Wandbildes auf der gegenüber liegenden Seite sollte das Erlebte der Fahrt widerspiegeln. Die Liege ermöglicht nun, dass ich mich aus dem aktiven Geschehen zurückziehe, aber nicht gleich aus dem Raum genommen bin.
Carolin Seufert:
Interessanterweise sind die Bilder bei vielen ganz ähnlich. Wenn man sagt: „Ich gebe dir ein tolles Cabrio, wo würdest du dir vorstellen, damit entlangzufahren?“, kommen ganz viele ähnliche Assoziationen – alle waren in Südfrankreich oder Italien, hatten Lavendelfelder, Küstenstraßen, Alleen und Grace Kelly vor Augen.


Der Besprechungsraum wird mit modernen Designermöbeln ausgestattet.

Was gibt es im Musterhaus Fellbach noch zu entdecken?
Carolin Seufert:
Wir wollten aus einem sehr kleinen Raum, der für Besprechungen genutzt werden sollte, einen Erlebnisraum machen. Aus diesem Raum sollte etwas Besonderes werden. In einem Raum zu sitzen und Besprechungen zu führen, wo nichts ist – das ist sehr uninspirierend, ein verschwendeter Raum.
Markus Bischof: Im Zusammenhang des Gesprächs war es uns wichtig, dass sich der Blick kurzzeitig auch mal verliert und entspannt. Ich hatte vorgeschlagen, das Beton-Sideboard aus unserer „Fusion-Serie“ mit unterschiedlichen Schubläden hier zu integrieren. Durch einen zeitnahen Kontakt sind wir auf den Künstler Marc Sparfel aus Frankreich aufmerksam geworden, der aus alten Möbelfragmenten Skulpturen erstellt – sowohl für die Wand als auch für den Boden. Er nennt den Hintergrund seiner Arbeit den „Erhalt der Form“. Das fanden wir sehr passend, weil die Thematik sehr schön mit der unseren kommuniziert und einen feinen Kontrast zum Gebäude herstellt.


Die Skulpturen des französischen Designers Marc Sparfel wurden
fotografiert und zu einem Kunstwerk kreiert.


Carolin Seufert: Ein besonderes i-Tüpfelchen war dann auch die Idee unseres Fotografen Francisco Lopez. Der Ausgangspunkt war, dass die Skulpturen von Marc Sparfel nicht ganz preisgünstig sind, und so war die Überlegung, Fotografien der Skulpturen zu verwenden. Die Umsetzung von Francisco Lopez spielt mit Materialien, die die Themen aus den Räumen aufgreifen und aus der verfremdeten Fotografie ein ganz eigenes Kunstwerk machen. Ich freue mich immer sehr über solche Ideen und bin wahnsinnig gespannt, wie es dann fertig aussieht! Ab August kann das dann auch jeder Besucher selbst in Fellbach erleben.



Auch ich bin sehr gespannt darauf, was es ab August zu entdecken gibt! Vielen Dank für das interessante Gespräch.


Ansicht von Südwest: kubische Formen und großzügige Fensterverglasungen charakterisieren die Gebäude.

 


 
 
 
 
     
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