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Ein "Tannenzapfen" schreibt Geschichte

Der "PH Zapfen" des dänischen Designers Poul Henningsen gehört zu den Ikonen des Lichtdesigns und ist auch heute noch ein zeitloser Klassiker.

Viele Designer bedienen sich der Natur als Vorbild für die Entwürfe ihrer Leuchten und Möbel. Und so erinnert uns die Pendelleuchte „PH Artichoke“ – die auch „PH Zapfen“ genannt wird – an eine Artischocke oder an einen Tannenzapfen. Die Leuchte des dänischen Designers Poul Henningsen gehört zu den Stilikonen des Lichtdesigns und zählt wohl zu den bekanntesten Lichtobjekten weltweit. Seit mehr als 50 Jahren hat die Pendelleuchte mit dem botanischen Spitznamen ihr Publikum mit ihrer skulpturalen, organischen Form, ihrem konsequent klaren Design und ihrem warmen, blendfreien Licht bezaubert.


Das Licht breitet sich durch die Blätter aus und scheint weich und sanft. Die Lichtquelle
ist von keinem Winkel aus sichtbar und somit blendfrei.


Ein genialer Querkopf
Wie so viele Leuchtendesigner, so hatte auch der Däne Poul Henningsen seine kreativen Wurzeln in der Architektur, wobei er sein Studium nie abgeschlossen hatte. Nebenbei tat er sich als Autor, Journalist, Maler und Erfinder hervor. Als Herausgeber eines Magazins stand er der konservativen Kultur durchaus kritisch gegenüber. Henningsen musste aufgrund der deutschen Besatzung während des zweiten Weltkriegs Dänemark verlassen und war auch im Ausland politisch sehr aktiv, indem er den Widerstandsgeist durch getarnte Gedichte aufrechterhielt. Internationale Aufmerksamkeit erregte er mit seinen Leuchtenentwürfen. Bereits 1924 begann er mit der Entwicklung von Pendelleuchten, die sich aus kreisrunden Reflektoren unterschiedlicher Größe zusammensetzten. Ein praktischer Vorteil war die blendfreie, direkte und indirekte Lichtwirkung. Diese Vorzüge machten seine Modelle rasch zu beliebten Esstischleuchten.



Ebenfalls sehr bekannt ist Poul Henningsens „PH“-Leuchtenserie, die bis heute in verschiedenen Variationen, Farben und Re-Editionen erhältlich ist. Die „PH“-Serie wurde im Dänischen Pavillon bei der Pariser Exposition des Arts Décoratifs im Jahr 1925 ausgestellt und erhielt auch prompt die Goldmedaille. Waren seine ersten PH-Leuchten noch aus lackierten Kupferschirmen oder hellem Opakglas gefertigt, so begann Henningsen bald zu experimentieren. Für seine Leuchte „Septima“ kombinierte er sieben klare Glasschirme miteinander, die teilweise sandgestrahlt waren. Sein Grundprinzip war ebenso einfach wie genial, denn mit minimalem Aufwand und einem klaren, einfachen Grundprinzip konnten Varianten für verschiedenste Einsatzmöglichkeiten entstehen. Für die Stehleuchten drehte Henningsen einfach die Diffusoren um, und das Licht strahlte an die Decke. Der Schirmstapel passte auf Steh-, Pendel- und Tischleuchten.



Tannenzapfen oder Artischocke?
Im Jahr 1958 wurde Poul Henningsen von den Architekten Eva und Nils Koppel beauftragt, die Beleuchtung für das Restaurant Langelinie Pavillon in Kopenhagen zu entwerfen. Er vollendete diesen Auftrag innerhalb von drei Monaten und entwarf dafür den „PH Zapfen“, auch „PH Artichoke“ genannt, der auf den Ideen der „PH Septima“ basiert. Im Langelinie Pavillon in Kopenhagen sind die Leuchten – mit Aussicht auf die kleine Meerjungfrau – noch heute zu bewundern. Die Aufgabenstellung und Herausforderung lagen darin, eine freundliche, warme Beleuchtung für das Restaurant zu entwerfen. Die Leuchten sollten auch dann dekorativ wirken, wenn sie ausgeschaltet sind. Die ersten PH Zapfen wurden in Kupfer hergestellt – diese bis heute klassische Variante ist seitdem ununterbrochen im Sortiment des dänischen Leuchtenherstellers Louis Poulsen zu finden. Die 72 genau gewinkelten Blätter oder „Lattenzäune“, wie Poul Henningsen sie bezeichnete, beleuchten – verteilt auf 12 einzelne Reihen mit jeweils sechs Blättern – die Leuchte selbst und strahlen ein rundum symmetrisches, diffuses Licht ab. Das Licht breitet sich durch die Blätter aus und gibt so ein weiches und angenehmes Licht. Die Lichtquelle ist von keinem Winkel aus sichtbar, somit ist das Licht der Leuchte absolut blendfrei. 2008 feierte der „PH Zapfen“ sein 50-jähriges Jubiläum. Der dänische Leuchtenhersteller Louis Poulsen aus Kopenhagen, der diese Leuchte heute noch produziert und vertreibt, brachte zu diesem Anlass eine limitierte Edition von 50 großen PH-Zapfen heraus, deren Schuppen mit 24-karätigem Gold belegt sind. Der „PH Zapfen“ ist in verschiedenen Oberflächen und Farben erhältlich, so in Weiß, Kupfer oder Edelstahl Matt. Der Preis einer Leuchte liegt bei rund 7.000 EUR.


BIOGRAPHIE:



Poul Henningsen

  • 1894 als Sohn der berühmten dänischen Schauspielerin und Autorin Agnes Henningsen und des Satirikers Carl Ewald geboren
  • 1911-1914: Studium an der Technischen Schule Frederiksberg und (1914-17) am Technischen Kolleg in Kopenhagen, allerdings ohne den Abschluss in Architektur
  • Henningsen arbeitet auch als Journalist und Schriftsteller, Erfinder und Maler
  • Zu Beginn des zweiten Weltkriegs ist er führender Architekt bei Tivoli Gardens in Kopenhagen. Während der deutschen Besatzung flieht er aus Dänemark und wird ein wichtiger Teil der dänischen Künstlergemeinde, die in Schweden lebte
  • 1925 beginnt seine lebenslange Zusammenarbeit mit Louis Poulsen Lighting
  • Erster Herausgeber des Unternehmensmagazins „NYT“
  • 1925: Die erste Leuchte der PH-Serie wird in Paris auf der „Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industriels Modernes“ gezeigt
  • Bis zu seinem Tod im Jahr 1967 entwirft Poul Henningsen über 100 Leuchtendesigns der PH-Serie, die alle auf der ursprünglichen Idee von mehreren Schirmen und Diffusoren für warmes, gestreutes Licht basiere

    Fotos: Hersteller

 
 
 
 
     
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