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Greta Grossman - eine Vorreiterin der Designszene

Die Lichtklassiker der fast schon in Vergessenheit geratenen Designerin Greta Grossman erleben jetzt ein großes Comeback.

Wie so oft war der Zufall mit im Spiel, denn durch Zufall entdeckte der Gallerist Evan Snyderman Ende der 1990er Jahre einen Schreibtisch der fast in Vergessenheit geratenen schwedischen Designerin Greta Magnusson Grossman. Damit legte er auch den Grundstein für ein erfolgreiches Comeback. Drei ihrer Designklassiker wurden Anfang 2011 durch den dänischen Hersteller Gubi relauncht: die „Grasshopper“-Bodenleuchte und die Boden- und Tischleuchte „Cobra“.


Die "maskulin" wirkende Tischleuchte "Cobra".
Auch als Stehleuchte erhältlich.


Design für den amerikanischen Jet-Set
Grossman erlebte den Höhepunkt ihrer Karriere in der Zeit zwischen 1940 und 1960. Sie wurde Teil der amerikanischen Elite, indem sie ganze Häuser und Wohnungen gestaltete und Persönlichkeiten wie Ingrid Bergman, Greta Garbo und Paulette Goddard zu ihren Kunden zählte. Die meisten ihrer Auftraggeber waren berufstätige, moderne Frauen, die sich hauptsächlich in der Unterhaltungsbranche einen Namen gemacht hatten. Durch die Zusammenarbeit mit den zum Teil sehr prominenten Persönlichkeiten wurde Grossman schnell Teil der Society.
Heute zählen die Grossman-Originale zu äußerst beliebten Sammlerstücken und werden auf Auktionen weltweit versteigert. Dabei können sie Preise über 10.000 Euro erzielen. Die Designklassiker haben nichts von ihrer Anziehungskraft verloren, und so hat sich die dänische Designerfirma Gubi für den Relaunch dreier Leuchtenmodelle entschieden. Dabei orientieren sich die Dänen so nah wie möglich am Original, um die Makellosigkeit der Entwürfe beizubehalten.


Eine mutige schwedische Vorreiterin

Grossman beeinflusste in den 1930er Jahren maßgeblich die schwedische und europäische Design- und Architekturszene. Als eine der ersten Frauen überhaupt erhielt sie den schwedischen Design Award und eröffnete in Stockholm ein Studio – eine Kombination aus Werkstatt und Möbelgeschäft. Und das in einer Zeit, in der sowohl die Möbelindustrie als auch die Design- und Architekturszene weitgehend von Männern beherrscht wurden.
Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Jazzmusiker Billy Grossman, emigrierte sie 1940 nach Amerika und eröffnete ein neues Geschäft am Rodeo Drive in Kalifornien. Ihre Entwürfe, die auf raffinierte Weise Holz mit Metall- und Kunststoffelementen verbanden, waren so außergewöhnlich, dass sie schnell große Erfolge feierte. Sie entwarf zahlreiche Möbelstücke und mehr als ein Dutzend Eigenheime, von denen einige heute noch zu besichtigen sind. Ihr Markenzeichen waren Häuser auf Stelzen, eingebettet in das hügelige Hinterland von Los Angeles. Sie schienen über den Tälern zu thronen und ermöglichten den Bewohnern durch großzügige Glasfronten einen grandiosen Ausblick auf die umliegende Landschaft. Als ihr Mann 1967 verstarb, zog sich Grossman aus der Design- und Architekturszene zurück. Erst Jahrzehnte später, als der einflussreiche Gallerist Snyderman einen ihrer Tische in einem Manhattaner Designladen sah und sich auf der Stelle in ihn verliebte, hatte Grossman ihr großes Comeback.
Grasshopper von Grossman


Weiche Formen
„Grasshopper“ und „Cobra“ sind die wohl mit Abstand bekanntesten Produkte von Greta Grossman. Alle drei Objekte wurden in einer Zeit auf den Markt gebracht, in der die Moderne auch in der Möbel- und Designindustrie Einzug hielt. Die Leuchte „Grasshopper“ wurde erstmals im Jahre 1947 produziert, hat eine filigrane, organische Form und wirkt sehr feminin. Das dreifüßige Stahlrohr-Stativ ist etwas nach hinten geneigt, während der verlängerte, kegelförmige Lampenschirm aus Aluminium flexibel am Leuchtenarm befestigt ist. Folglich kann das Licht bei minimaler Blendwirkung individuell ausgerichtet werden. Die Bodenleuchte ist in fünf Farben erhältlich und kostet ca. 665 Euro.

Die etwas kühlere, metallische „Cobra“ hat ein eher maskulines Erscheinungsbild. Der röhrenförmige, flexible Leuchtenarm kann in alle Richtungen gebogen werden, während der Lampenschirm zusätzlich um 360 Grad drehbar ist.


BIOGRAFIE



Greta Magnusson Grossman*

Die in Stockholm geborenen Greta Magnusson Grossman (1906-1999) hatte eine äußerst produktive 40-jährige Karriere in Europa und Nordamerika. Ihre zahlreichen Erfolge feierte sie in den Bereichen Industriedesign, der Innenarchitektur und klassischen Architektur. Ende 1920 wurde ihr ein Stipendium an der renommierten Stockholmer Kunstakademie Konstfack angeboten, das sie 1933 erfolgreich abschloss. Noch im selben Jahr eröffnete sie mit einem Kommilitonen zusammen ein Studio in Stockholm und heiratete den Jazzmusiker Billy Grossman. Zwischen 1940 und 1950 waren die Entwürfe Grossmans Bestandteil unzähliger internationaler Ausstellungen und wurden unter anderem im MoMA New York oder im Nationalmuseum in Stockholm der Öffentlichkeit präsentiert.

Gubi
Das familiengeführte Untenehmen Gubi A/S, 1967 gegründet, wird heute in zweiter Generation von Jacob Gubi geleitet. Die innovativen und kreativen Dänen haben sich schwerpunktmäßig dem Relaunch von Designklassikern aus der Möbel- und Leuchtenindustrie verschrieben. Der
Showroom und das Headquarter befinden sich auf einer 2.000 m2 großen Fläche im Freihafen von Kopenhagen.

*Foto aus: Greta Magnusson Grossman - A Car and Some Shorts. One Architect's Journey from Sweden to Southern California (Edited by Evan Snyderman and Karin Äberg Waern)

 
 
 
 
     
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