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Die "Atollo" und ihr Designer Vico Magistretti

Seine Leuchten, etwa die pilzförmige „Atollo“ oder die poppig-farbigen Sixties-Leuchten „Eclisse“ und „Dalù“, sind Ikonen der Designgeschichte – aber kaum einer kennt den Schöpfer dieser Objekte: Der Italiener Vico Magistretti (1920-2006) ist ein nahezu vergessener Designer und Architekt, obwohl er eine unglaubliche Bandbreite an Produkten, Entwürfen und Projekten realisiert hat.

Vico Magistretti, 1920 in Mailand geboren, entstammt einer Architektenfamilie und studierte von 1940 bis 1945 am Königlichen Polytechnikum in Mailand Architektur. 1943 siedelte er in die Schweiz über. 1945 arbeitete er als Architekt und Designer im Büro seines Vaters. Zahlreiche Architekturprojekte und Entwürfe für Möbel und Leuchten machten ihn in der Designerszene schnell bekannt. In den 1950er Jahren realisierte er in Mailand einige Bauten. Für namhafte Designmarken wie Artemide, Alessi, Cassina, Kartell, Oluce oder Rosenthal entwarf Magistretti zahlreiche Leuchten und Möbel.



Der Kunststoff wird salonfähig

Magistretti war einer der Gründer des sogenannten „Italienischen Designs“ der Nachkriegszeit, welches sich aus der Zusammenarbeit mit Architekten und Herstellern heraus entwickelte. Vico Magistretti machte den Kunststoff im Design salonfähig und löste ihn vom „billigen“ Image. Der Plastikstuhl „Selene Chair“ (1966) ist das Paradebeispiel für die Arbeit mit diesem Material – nebenbei war dieser Stuhl auch noch preiswert, stapelbar und formschön. Ende der 1960er Jahre begann Magistretti, für Artemide, Cassina und Oluce einige Möbel zu entwerfen, die als Designikonen in die Geschichte eingingen und heute immer noch modern wirken. Für Cassina entwickelte er den „Carimate Chair“, das „Sindbad Sofa“ oder das „Maralunga Sofa“. Im Auftrag von Artemide entwarf er eine ganze Reihe neuer Leuchten, darunter die „Dalù“ (1965), die „Chimera“ (1966) oder die berühmte „Eclisse“ (1967). Für einige Jahre war Magistretti auch Art Director und Chefdesigner des Leuchtenherstellers Oluce und verlieh dem Produktsortiment eine unvergleichliche Note. Die Leuchten „Snow“ (1974), „Sonora“ (1976), „Pascal“ (1979) und „Kuta“ (1980) sind nur einige der bekannteren. Die bekannteste jedoch ist die „Atollo“ (1977).



Die Leuchte „Atollo“

Die edle Tischleuchte „Atollo“ wurde für den italienischen Hersteller Oluce 1977 entworfen und wirkt auch heute noch wie eine zeitgemäße Leuchte. Von vielen kopiert oder imitiert, kam keine an das Original heran. Eindeutiges Merkmal der „Atollo“ ist der charakteristische „Pilz-Hut“. Die Leuchte besteht aus mundgeblasenem Murano-Glas und ist in den Farben Schwarz (Nummer 235) und Weiß (Nummern 236 und 237) erhältlich. Sie strahlt indirektes und leicht gestreutes Licht aus und ist dimmbar. Für seine Leuchte "Atollo" erhielt Vico Magistretti 1979 den Designpreis „Compasso d'Oro“. Neben seinen Lehrtätigkeiten an verschiedenen Hochschulen arbeitete Magistretti in den 1980er Jahren weiterhin als Architekt. Ende der 1990er Jahre entwarf er verschiedene Leuchten für FontanaArte. 1997 veranstaltete die Mailänder Messe Salone del Mobile eine Sonderausstellung mit seinen Objekten. Vico Magistretti erhielt gleich zweimal den begehrten italienischen Design-Oscar „Compasso d’Oro“. Er starb im September 2006. Sein Studio wurde in ein Museum umgewandelt und beherbergt den Sitz der Stiftung „Fondazione Vico Magistretti“. Seine Werke sind heute noch in der Dauerausstellung im MOMA, New York, oder im Victoria Albert Museum in London zu bestaunen.

BIOGRAFIE:




  • 1920 in Mailand geboren
  • 1940 bis 1945: Studium der Architektur am Polytechnikum in Mailand
  • 1943: Übersiedlung in die Schweiz
  • 1945: Einstieg ins Architekturbüro seines Vaters
  • 1949-59: Entwurf und Umsetzung von rund 14 Projekten für das INA-Casa
  • Projekte wie das Bassetti-Haus in Azzate (1959-62), das Cassina-Haus in Carimate (1964-65) und das Haus in der Via Conservatorio in Mailand (1963-66)
  • 1966: „Selene Chair“ 
  • Leuchten für Artemide: „Dalù“ (1965), „Chimera“ (1966), „Eclisse“ (1967)
  • 1970er Jahre: Art Director und Chefdesigner von Oluce
  • Leuchten „Snow“ (1974), „Sonora“ (1976), „Atollo“ (1977)
  • Ende der 1970er: Lehrtätigkeiten am Royal College of Art in London
  • 1990er Jahre: Entwürfe für Schiffini-Küchen und Kartell (Stuhl „Maui“, 1996)
  • 1997: Sonderausstellung auf der Mailänder Salone del Mobile
  • 1995: Vico Magistretti erhält den „Compasso d’Oro“ für sein Lebenswerk
  • Leuchten für FontanaArte: „Morocco“ (1998), „Ananas“ (1999), „Margaret“ (2000)
  • 2006 stirbt Vico Magistretti

 

 

 
 
 
 
     
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