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„Pedrera“ – ein Klassiker aus Barcelona

Antoni Gaudís Casa Milà, auch genannt „Pedrera“, zählt neben seiner Sagrada Familía in Barcelona zu den Touristenmagneten schlechthin. Die Leuchte „Pedrera“ von  Barba Corsini ist spätestens seit ihrer Reedition im Jahr 2010 zum international anerkannten Designklassiker avanciert.

Modernisme Catalá – das bedeutet Antoni Gaudí, sein berühmtes Wohnhaus Casa Milà in Barcelona und die als Weltkulturerbe geadelte Basilika La Sagrada Família. Viele Künstler hat der Modernisme Catalá zu unvergesslichen Kreationen inspiriert. Dazu gehört auch der Architekt und Designer Barba Corsini. Berühmt wurde der gebürtige Katalone für seine Leuchten- und Möbelkollektion „Pedrera“. Dabei war „Pedrera“ (zu Deutsch „Steinbruch“) ursprünglich die etwas spöttische Bezeichnung, welche böse Zungen dem in den Jahren 1906-10 errichteten Casa Milà von Antoni Gaudí verliehen. Denn es sollte einige Jahrzehnte dauern, bis man den architektonischen Wert dieses revolutionären Baustils erkannte und den bienenstockartigen Gebäudekomplex 1984 zum Unesco-Weltkulturerbe erklärte.



Die Zeitgenossen Gaudís stießen sich an der ungewohnt unregelmäßigen Fassade mit ihren vielen Vorsprüngen und Balkonen. Man verkannte die raffinierte Konstruktion des „Steinbruchs“, bei der nahezu jeder Raum ein eigenes Fenster und damit viel Licht und frische Luft hat. Barba Corsini hingegen muss das Potential des Gebäudes gesehen haben, als er Mitte der 1950er Jahre mit dem Ausbau des Dachstocks beauftragt wurde. Er entwarf nicht nur 13 individuell gestaltete Wohnungen, sondern designte auch gleich die passende Leuchten- und Möbelkollektion dazu. Die Inspiration lieferte ihm das Gebäude selbst. Mit seinen wabenförmigen Mauern, den zylindrischen, mit einem auffälligen Lochmuster versehenen Kaminen und den als statisches Tragelement dienenden Gewölbebögen lieferte es die Urformen für die Pedrera-Kollektion aus dem Jahr 1955. Daraus entstanden sind zeitlose, vielfach ausgezeichnete Designleuchten, die in nahezu jedes Wohnambiente passen. Versehen mit einer feuerhemmenden Kunststofffolie spenden die Pedrera-Leuchten ein wohlig-weiches, angenehmes Licht. Der mit einem feinen Lochmuster gestaltete Metallschirm wirft ein zartes Muster in den Raum.

 

Mit neuen Farben ins 21. Jahrhundert Längst wären die Pedrera-Leuchten der Vergessenheit angefallen, wäre da nicht der Architekt und heutige Galeriebesitzer Joaquim Ruiz Millet gewesen. Während der Renovierungsarbeiten im Jahr 1991 verhinderte er, dass die Leuchten ausrangiert wurden. Der 1955 – also im selben Jahr, in dem die Pedrera-Kollektion das Licht der Welt erblickte – geborene Millet kontaktierte Barba Corsini und initiierte eine Reedition der zeitlos schönen Leuchten. Im Rahmen der Neu-Auflage entstanden weitere, gemeinsame Variationen der Pedrera-Leuchten sowie die „ANA“-Pendelleuchte, die Ruiz dem Architekten Corsini widmete. Einen weiteren Beitrag zur Reedition leistete das dänische Unternehmen Gubi, das heute für seine Neuauflagen alter Leuchten bekannt ist. Schon viele Leuchtenklassiker erlebten hier ihre Wiedergeburt: genannt seine hier nur die Bestlite-Serie nach Bauhaus-Entwürfen sowie Grasshopper und Cobra von Greta Magnusson Grossman. Auch mit den Semi-Leuchten von Torsten Thorup und Claus Bonderup konnte man einen Verkaufsschlager lancieren. Die Pedrera-Serie wurde für die Neuauflage mit neuen Farben aufgefrischt. Heute gibt es sie in Weiß, Schwarz, Blau, Nickel und Rot. Ob als Tischleuchte PD1 und PD4, als Stehleuchte PD2 oder als Pendelleuchte PD3 und PD5 (ANA) – mit der „Pedrera“-Kollektion hält der Modernisme Catalá Einzug in die Wohnräume des 21. Jahrhunderts.


Biografien:


Barba Corsini

  • Barba Corsini wird 1916 in der spanischen Stadt Tarragona in der gleichnamigen Provinz geboren.
  • Er tritt in die Fußstapfen seines Vaters, der Architekt ist, und nimmt 1932 in Barcelona das Studium der Architektur auf.
  • Der spanische Bürgerkrieg zwingt Corsini zu einer Unterbrechung seines Studiums. In den Jahren 1937 bis 39 dient er als Offizier bei den Pionieren.
  • Nachdem er 1943 sein Architekturdiplom erlangt hat, wird ihm sogleich die Leitung mehrerer größerer Bauvorhaben anvertraut.
  • Sein eigenes Architekturbüro eröffnet er zwei Jahre später. Nun entwirft er nicht nur Gebäude, sondern auch die passenden Möbel dazu.
  • Mitte der 1950er Jahre erhält Corsini den Auftrag, das Dachgeschoss des berühmten Wohngebäudes „Casa Milà“ von Antoni Gaudí, auch als „La Pedrera“ bekannt, mit Wohnungen auszubauen. Passend zu den 13 Wohnungen gestaltet Corsini eine Leuchten- und Möbelserie. Sie trägt nicht nur den Namen des Gebäudes, sondern greift auch dessen Formen auf.



    Joaquim Ruiz Millet

  • wurde 1955 in Barcelona geboren.
  • Zu seiner schriftstellerischen Arbeit zählt neben lyrischen Werken die 1995 veröffentlichte Monographie „Barba Corsini, Arquitectura/Architecture“. Zudem ist er Autor zahlreicher Artikel, Bücher und Kritiken über Kunst, Architektur und Design.
  • Als Architekt entwarf er im Jahr 1989 die Galeria H20 in Barcelona, wo er in seiner Funktion als Galeriebesitzer Ausstellungen kuratiert.
  • Während Renovierungsarbeiten an „La Pedrera“ entdeckte er 1991 die Stehleuchte PD2. Gemeinsam mit Barba Corsini erarbeitete er eine Reedition für Gubi und erweiterte die Pedrera-Leuchtenfamilie.


    Fotos: Gubi


 

 
 
 
 
     
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