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Leuchten aus Leder

Gegerbte Tierhaut gehört zu den ältesten Kulturprodukten unserer Zivilisation. Von Anfang an wohnte dem Leder eine magische Aura inne. Als lichtdurchlässiges, natürliches und leichtes Material ist Leder auch für die Bespannung von Lampenschirmen prädestiniert.

Die symbolische Dimension, die dem Leder eine besondere Aura verleiht, geht weit über den bloßen Schutzaspekt der Kleidung hinaus. Leder ist einzigartig und zeitlos, und seine Qualität ist in großem Maße dem handwerklichen Geschick des Kürschners geschuldet, denn er muss die Materialeigenschaften der Tierhäute  kennen und sie entsprechend herausarbeiten. Schon die alten Ägypter gerbten Leder, und zur Zeit des römischen Weltreiches war der Mittelmeerraum das Zentrum des Lederhandels. Das zähe, haltbare und dennoch zarte Material war über Jahrhunderte nicht aus dem täglichen Leben wegzudenken. Nicht nur Kleidung, sondern auch Wagenverdecke, Transmissionsriemen und Koffer wurden aus dem zug- und bruchfesten Material gefertigt, und bis heute gibt es kaum ein Paar anständiger Schuhe, Handschuhe oder einen Gürtel, bei dem man auf Leder verzichten könnte.


Die "Crush Lamp" von Simon Hasan wird nach alten Handwerksverfahren aus dem 15. Jahrhundert hergestellt.

Bekleidung für Menschen, Möbel und Leuchten
Auch im Bereich der Möbelherstellung und im Automobilbereich hat das strapazierfähige  Material seinen festen Platz, und so verwundert es nicht, dass das leichte und gut formbare Leder von Anfang an auch für die Herstellung von Lampenschirmen verwendet wurde. Feines und dünnes Leder ist ein lichtdurchlässiges Naturprodukt und könnte in gewisser Weise als der große Bruder des Papiers angesehen werden. Denn dünnes Ziegenleder kann grelles Glühlampenlicht abmildern und zugleich angenehm leuchtende Objekte schaffen. Leder ist aber weitaus stabiler und nicht so hitzempfindlich als Papier.


Reizvoller Kontrast: Die Lederversion der "Azhar"-Pendelleuchte von Ca'Belli Luce vereint verspielte florale Formen mit dem herben Material Leder. Design: Studio Sandro Santantonio.

Die Bandbreite und Haltbarkeit von Leder lässt sich insbesondere anhand von alten Büchern in mittelalterlichen Klosterbibliotheken nachvollziehen: Die Seiten selbst sind aus durchscheinendem Pergament, während die Einbände der schweren Bände aus dickem, meist schwarzem oder braunem Leder bestehen.



Diese Leuchten ähneln einem bequem gepolsterten Klubsessel: "Clamp" von Enrico Zanolla wurde vom Muster der Chesterfield-Sofas inspiriert.

Orientalisches Naturdesign

Ein großer Teil der auf dem Markt erhältlichen Lederleuchten besteht aus stimmungsvollen Leuchten im orientalischen Naturdesign, deren Formen sich an traditionellen marokkanischen Ziegenlederleuchten orientieren. Bei diesen häufig asymmetrischen oder amorphen Gebilden dient das dünne Leder als Lichtdiffusor, das meist über Drahtrahmen gespannt und fest vernäht ist. Häufig sind diese Leuchten zusätzlich mit ornamentalen Mustern in Hennafarben bemalt. Das Licht macht die Lederstruktur sichtbar und spielt mit der rohen und natürlichen Anmutung. Das Seherlebnis erinnert an eine Laterne, die einen warmen und meist farbigen, diffusen Lichtschein abgibt und die Funktion eines Stimmungslichtes hat.


Die schicke "MoCro"-Leuchte von Innermost besteht aus Leder und imitiert die Haut eines Krokodils.

Klassische Lederleuchten

Klassische Lederleuchten zeichnen sich ebenfalls häufig durch einen Lampenschirm oder -diffusor aus feinem Leder aus. Allerdings liegt hier der Schwerpunkt weniger auf dem   Laternencharakter, sondern die Leuchten dienen als vollwertige Steh- oder Pendelleuchten. Freilich gibt es auch nicht durchscheinende Lampenschirme, die – etwa einem Blechschirm vergleichbar – mit dickerem Leder bezogen und mit lederbekleideten Sockeln und Lampenfüßen kombiniert sind. Allerdings gibt es auch moderne Leuchtenentwürfe, die die orientalische Formensprache der Ziegenlederlaternen aufgreifen und gefärbte oder perforierte Lederschirme mit modernen Formen und Sockeln kombinieren.


Die Pendelleuchte "Corium PV1" der Designerin Pernille Vea ist in Gelb oder Schwarz, mit grünen oder gelben Nähten erhältlich.

Zeitgenössische Designleuchten

Eine andere Richtung schlagen schließlich zeitgenössische Designleuchten ein: Hier wird das Leder nicht als durchscheinender Stoff verwendet, sondern mehr als Bezug oder Polster begriffen – wie bei einem Sessel. Häufig ist ein wenig Ironie im Spiel, und die Komposition der Leuchte steht in einem spannungsreichen Verhältnis zum Material Leder. Die El-Senor-Stehleuchte etwa ist in Form eines abstrakten Waldpilzes gehalten, der ganz aus Leder zu bestehen scheint. Sowohl Schirm als auch Fuß der Leuchte werden von groben Reißverschlüssen zusammengehalten, die suggerieren, dass sie geöffnet werden könnten, um daraufhin die Leuchte in sich zusammenfallen zu lassen und zu zwei flachen Ledermatten zu mutieren.


In einem sanften Bogen wölbt sich das Lederband der Leuchte "Lampada Poltrona": Sie kann an der Lehne eines Sessels befestigt oder eigenständig als Tischleuchte positioniert werden.

Andere Entwürfe verwenden schweres, strukturiertes Leder für die Bekleidungen von  Metalllampenschirmen. Ein Beispiel hierfür ist die Leuchte Corium PV1, deren skandinavische Form auf einem fast halbkugelförmigen Aluminiumblech basiert, das mit mittelbraunem Leder bespannt ist und durch die Verwendung traditionellen Materials auf die Seefahrer und Wikinger verweist. Interessant sind hier auch die Details, denn das Leder ist mit grünem Garn vernäht (wie ein Segel!), dessen Farbton sich im Kabel, an dem die Pendelleuchte hängt, fortsetzt. Die Ausarbeitung und Liebe zum Detail erinnert an hochwertige Taschen und Reiseutensilien oder gar den Automobilbereich, wo im Innenraum ebenfalls Leder auf kunstvolle Weise über die Armaturen gespannt ist.


Die lauschige Lederleuchte "Snug" stammt von der französischen Designerin Bina Baitel. Der Leuchtenschirm "ergießt" sich in einen Lederteppich, der zum Relaxen einlädt.

Klubatmosphäre mit der Cohiba

Die Cohiba-Schreibtischleuchte ist zwar weitaus schlanker als die namensgebende Zigarre, doch die Verortung des schweren schwarzen Leders im Bureau erinnert nicht nur an längst vergangene Tage, als es dort noch nach kubanischen Zigarren duften konnte, sondern macht auch auf einen Aspekt des Leders aufmerksam, der nicht zu vernachlässigen ist: Jedes Stück Leder ist ein Unikat, und jede Tierhaut hat ihren eigenen Duft – und vor allem eine Haptik, die ohne Umschweife den Verweis auf die handgerollten und feinen Tabakblätter der Cohiba gestattet. rp


Wie die handgerollten Zigarren besteht die "Cohiba" von Formagenda aus feinster Handarbeit.
 

INFO:

Lederherstellung

Leder entsteht aus Tierhäuten durch die uralte Technik des Gerbens: Die verderbliche Körperhülle wird zuerst durch Salz konserviert und getrocknet, dann werden die Haare und das Unterhautbindegewebe entfernt. Mittels einer Beize oder pflanzlicher oder mineralischer Gerbstoffe erfolgt die eigentliche Gerbung, die die Haut in Leder verwandelt. Sichtbar und spürbar an Möbeln oder Leuchten ist meist die glatte Außenseite.

 
 
 
 
     
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