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Leuchten aus Beton

Seit einigen Jahren erfreut sich der Werkstoff Beton als hippes Designmaterial neuer Beliebtheit. Aus dem artifiziellen Stein lassen sich nicht nur Möbel, sondern auch interessante Leuchten formen.

Schon die Römer hatten beim Bau des Pantheons vor fast 2000 Jahren eine Art Beton verwendet, der heute wie damals aus Wasser, Sand oder Steinen und Zement besteht. Die Bezeichnung des meist grauen Zements stammt vom lateinischen caementum ab und bedeutet Baustein. Heute sind damit nicht mehr die groben oder sandigen Zusatzstoffe gemeint, sondern das pulverige Bindemittel, das sowohl dem Mörtel als auch dem Beton seine dauerhafte Festigkeit verleiht.


Gerade mal 2,7 mm ist die "FALT.leuchte" von Tim Mackerodt dünn.

Vom Reiz des Betons
Beton entfaltet seine optischen Reize insbesondere dann, wenn bei der Schalung peinlich genau auf Fugenmuster und spiegelglatte, saubere Oberflächen geachtet wird und keinerlei Lufteinschlüsse geduldet werden. Da dies die Kosten in die Höhe treibt, findet man den warmgrauen und seidenglänzenden Sichtbeton relativ selten in der Architektur. Allerdings haben etliche Designer der letzten Jahre eine fast schon obsessive Affinität zum Beton entwickelt und beachtliche Entwürfe kreiert. Hochfester, teilweise gefärbter und selbstverdichtender Beton mit seidiger Oberfläche mit hohem haptischem Potential ist der Stoff, aus dem Möbel, Küchenarbeitsplatten oder Waschbecken gegossen werden. Mit Beton wird – wie beim Material Stein auch – Ruhe, Kraft und Stabilität vermittelt.


Für "Heavy Desk" von Benjamin Hubert gab es 2009 den British Design Award.

Leuchten aus Beton
Einen besonderen Effekt bieten Betonleuchten, denn hier sind die Objekte noch kleiner und schlanker als bei Betonmöbeln. Eine Leuchte aus Beton schafft einen denkbar großen Gegensatz zwischen dem Material, aus dem üblicherweise Wolkenkratzer, Brücken oder gar Bunker gebaut werden, und dem immateriellen Licht, das die zarten Gehäuse hervorbringen – die allerdings mit den brachialen Assoziationen des Sichtbetons besetzt sind („beton brut“). Diese Widersprüchlichkeit wird vor allem dann auf die Spitze getrieben, wenn es sich auch noch um Pendelleuchten handelt, die einzig an ihrem dünnen Stromkabel von der Decke hängen und ihre Beschaffenheit aus Beton offen zutage treten lassen. Nicht alle Designer bevorzugen die exakten und glatten Oberflächen des hochfesten Betons; es gibt viele reizvolle Interpretationen, die genau die raue Grobstruktur des Betons zeigen, wie er gewöhnlich auf Baustellen zu sehen ist. Neben Leuchten mit einem schweren Betonsockel – einer Stele gleich – gibt es auch massiv wirkende Pendelleuchten mit einer unregelmäßigen Oberfläche. Hier geht es nicht darum, den Betoncharakter, wie er von Bauwerken bekannt ist, zu verschleiern. Das ironische Moment einer Leuchte aus dem schweren, grauen Baustoff wird voll ausgekostet.


Die matte Oberfläche macht "Massy" von Kare Design zum coolen Leuchtenobjekt.

Andere Entwürfe bevorzugen eine glatte Oberfläche, die von lebendigen Bläschenmustern durchsetzt ist. Moderne Betonmischungen machen es durchaus möglich, eine zylindrische Pendelleuchte wie eine Betonstütze wirken zu lassen, das leicht irritierend an einem dünnen Kabel von der Decke hängt, aber in Wirklichkeit nur etwas mehr als ein Kilo auf die Waage bringt. Einen neuen Ansatz geht die Firma Betolux mit seinen Designerleuchten aus transluzentem Glasbeton. In einem speziellen Verfahren werden die Leuchten aus einem Betonblock geschnitten. Der Beton gibt so sein Innenleben samt Körnung und Färbung preis. Durch das Beimengen von Glas in den Beton lässt sich die nach dem Schneiden entstandene Betonhülle in vielfältiger Weise lichtdurchlässig gestalten.


Die Leuchtenserie "like paper" wirkt wie aus gefaltetem Papier. Dabei ist jedes Unikat aus Beton geschwenkt, mit Kanten und Falten der Verschalung.

Es wird deutlich, dass Beton als Leuchtenwerkstoff weniger den Formenreichtum als vielmehr die Materialität thematisiert. Denn die Durchbrechung gewohnter Wahrnehmungsmuster lässt für gewöhnlich irritierende Momente entstehen.


Schwere Leuchten, leichtes Design: "Heavy Lights" von Benjamin Hubert.


Hochleistungsbeton für Leuchten in zarter Seidenglanzoptik
Filigrane Lampenschirme aus hochfestem Beton werden aus extrem fein gemahlenen Weißzementsorten (ohne das dunkle Eisenoxid), feuergetrocknetem feinem Quarzsand und leistungsfähigen Verflüssigern gegossen. Zur Vermeidung von Rissen können auch kurze Kunststofffasern in die Betonmischung zugeben werden. Eine Maschine zum Kneten und Mischen hilft dabei, möglichst wenig Luft in den zähen Beton gelangen zu lassen. Anschließend muss die Masse sehr schnell in die Form eingebracht werden. Die zugesetzten Fließmittel sorgen dafür, dass der Beton sich in der Form verteilt und sogar selbst verdichtet. Schon nach 24 Stunden kann man die Leuchte aus der Negativform aus Silikonkautschuk ausschalen. rp


Die Leuchten von Betolux lassen Beton in neuem Licht erstrahlen. Glassplitter sorgen in der Serie "Translucent" für faszinierende Lichteffekte.

 
 
 
 
     
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