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Leuchten aus Stoff und Papier

 

Als lichtdurchlässige, natürliche und leichte Materialien eignen sich Papier, Stoffe und Textilien ideal für die Bespannung von Lampenschirmen. Diese Leuchten verleihen den Räumen ein angenehmes Lichtambiente.

 

In den Anfangsjahren war es nicht ungefährlich, brennbare Textilien um die heiße Lichtquelle zu hüllen, denn Gaslampen waren noch präsent; doch spätestens in den 1920er-Jahren war es üblich, dünne Stoffe oder hochwertige Papiere zur Abmilderung des grellen Glühlampenlichts einzusetzen und zugleich angenehm leuchtende Objekte zu schaffen. Bis in die 1960er-Jahre waren diese Materialien für Leuchten en vogue. Mit dem Aufkommen des neuartigen Kunststoffs wurde im Leuchtendesign ein Paradigmenwechsel eingeläutet und buntes Plastik für die Gestaltung bevorzugt. Erst zum Ende des 20. Jahrhunderts erinnerten sich die Designer an die Tradition der Stoffleuchten und verwendeten das leichte und gut formbare Material,  häufig sogar durch Kunstharze gestärkt, wieder.


"Wo-Tum-Bu" aus der Kollektion "MaMo Nouchies" von Ingo Maurer und Team
vereinen die Leichtigkeit des japanischen Papiers mit dem Material Beton.


Leuchten aus Japan-Papier
Papier ist ein natürliches und universell einsetzbares Material, das schon im 2. Jahrhundert in China produziert wurde. Vorläufer des Papiers war der in Ägypten schon im dritten vorchristlichen Jahrtausend eingesetzte Papyrus. Im alten Orient und später in mittelalterlichen Klosterbibliotheken wurden Pergamentrollen als Träger der Schriftzeichen eingesetzt. Für Lampenschirme werden häufig japanische Papiere verwendet, denn sie sind hochwertig und haben eine große Variationsbreite. Japanpapiere werden schon seit Hunderten von  Jahren für die Bespannung der klassischen Raumteiler verwendet, den Shojis. Die Washi- Papiere sind meist weiß, matt oder seiden glänzend, manche zeigen auch Muster oder grobe Fasern. Japanpapier wird aus zähen Pflanzenfasern hergestellt. Diese ursprünglich handgeschöpften Papiere sind besonders widerstandsfähig. Sie sind auch bekannt durch ihre Verwendung in der japanischen Tuschemalerei.


Haute Couture im Licht. Diese Stehleuchte spendet ein wohliges Licht.
Preis auf Anfrage axis71.com


Der amerikanisch-japanische Designer Isamu Noguchi (1904 - 1988) entwarf in den 1950er- Jahren seine ersten Papierleuchten, die er Akari Light Sculptures nannte. Sein skulpturales Gespür schärfte Noguchi als Assistent im Atelier des genialen Bildhauers Constantin Brancusi in Paris. Die schlichten und schönen Modelle, wie die kugelförmige Leuchte aus Shoji-Papier und dünnen Bambussteifen, wurden tausendfach kopiert. Die meisten Leuchten basieren auf dem einfachen Prinzip, dass das Papier auf dünnen Endlosstreifen aus Bambus verklebt wird. So lassen sich die Lampenschirme flach zusammenlegen und gut transportieren. Das Gewicht ist minimal und die Lichtwirkung sehr angenehm, da die helle Lampe nicht sichtbar ist und der Papierkörper sanft leuchtet wie ein Vollmond.


Wie ein organisches Gewächs schlängeln sich die "Dippa" von der Decke.

Verwobene Fäden als Bekleidung für die Lampe
Im Gegensatz zum Papier bestehen Textilgewebe aus mehreren miteinander verkreuzten oder gewebten Fadensystemen. Je lockerer das Gewebe miteinander verbunden ist, desto lichtdurchlässiger wird es und eignet sich deshalb auch zur Bespannung von Lampenschirmen. Gewebe lässt sich verhältnismäßig gut dehnen und kann auch über sphärische Formen gespannt werden.


Ausgangspunkt des Designs der "Molecules" ist ein Papier, welches nach
Origami-Art geformt wird.


In den 1920er-Jahren entwickelten Josef Hofmann und Koloman Moser für die Wiener Werkstätten streng geometrische und sehr elegante Lampenschirme aus Seidengewebe. Der Österreicher Dagobert Peche hingegen spannte bunt bemalte Seide über glockenförmige Drahtkörbe, die vom Rokoko inspiriert waren.


Die Kollektion "JOOP! Hood Lights" greift den Trend zum traditionellen
Stoffschirm auf.


Eine gestalterische Renaissance erfuhren textile Leuchten vor einigen Jahren, denn mit Hilfe von Kunstharzen lassen sich Gewebediffusoren dauerhaft in freie Formen bringen: Ayala Serfaty ließ sich von Naturformen inspirieren und schuf an Samenhülsen oder Blumenstängel erinnernde, teils meterhohe Gebilde. Durch die harzverstärkte Seide in Faltenoptik scheint ein sanftes und lebendiges Licht.


Die Textur und Transparenz der Stehleuchte "Face to Face" erzeugt schöne
Licht- und Schattenspiele.


Besonders luftig geraten sind die Brezza lights von Andrea Anastasio: Schwerelos wirkende Schirme aus Nylontüll umhüllen seine Leuchten in zarten Rosa- oder Blautönen. Die kugelförmigen Hängeleuchten der Monkey Boys aus den Niederlanden führen exemplarisch vor, welche Effekte mit Gewebe und Epoxidharz zu erzielen sind: Die Random-Leuchten messen bis zu einen Meter im Durchmesser und scheinen doch schwerelos zu sein. Ein harzgetränkter Faden wird quasi zufällig um einen Ballon gewickelt und härtet anschließend aus. Übrig bleibt zum Schluss ein weißes Netz, das so großzügig gewickelt ist, dass man mühelos Blicke auf die Lampe in der Mitte der Kugel erhaschen kann. rp

 
 
 
 
     
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