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Wien

„Wien, Wien, nur Du allein sollst die Stadt meiner Träume sein“ – so beginnt das Wienerlied von Rudolf Sieczynski. Die Stadt, in der die Traumdeutung erfunden und das Schnitzel salonfähig wurde, war Anfang des 19. Jahrhunderts Drehscheibe von Künstlern, Intellektuellen und der Bourgeoisie.Wien 1902: Kolo Moser und Josef Hoffmann gründen die Wiener Werkstätte, nachdem die beiden Charles Rennie Mackintosh kennenlernten, der ein Musikzimmer in der Villa des Industriellen Fritz Waerndorfer in Wien ausstattete. Die Idee einer Zusammenarbeit von Künstlern und Handwerksfachleuten führten das Unternehmen „Wiener Werkstätte“ zu jenem Erfolg, der bis heute anhält. Unvergessen die Lampe mit Glasgestänge von 1904, die die Wiener Werkstätte im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten für die Flöge Boutique entworfen hatte. Emilie Flöge war die Lebensgefährtin von Gustav Klimt und bekannt dafür, dass sie die finanzkräftige Elite der Stadt einkleidete und den schönsten Schmuck der Stadt trug. Zur Weihnachtszeit wird der Wiener Graben zum leuchtenden "Ballsaal" (Blachere Illumination).



Zwischen Tradition und Moderne
Gönnt man sich die Zeit und lässt den einen oder anderen Blick durch die Gassen und Hotspots der Donaumetropole schweifen, so lassen sich zeitlose Innovationen erkennen, die auf eine eigene Art anders sind, denn eines ist gewiss: In keiner anderen Stadt Europas ist der Zwiespalt zwischen Tradition und Moderne so ausgeprägt wie in Wien. Ganze Architekturbände versuchten einen Pfad durch dieses Dilemma zu geben, das seit 1955 wirkt, so manchen Künstler wie Architekten an den Rand der Verzweiflung brachte und zugleich zu Höchstleistungen inspirierte. Das ist das Schizophrene dieser Stadt, das bereits Sigmund Freud zu dechiffrieren versuchte.


"Drawing Lamp" ist eine auf das Wesentliche reduzierte Tischleuchte von Thomas Feichtner. Foto: Thomas Feichtner

Angelangt im Hier und Jetzt, findet sich entlang der neu gestalteten Donaukanalpromenade, zwischen dem eigentlichen Eingangstor zur Stadt (der Rotenturmstraße) und neben trendigen Lokalen ein von Jean Nouvel konzipierter Tower. Mit der Nutzung des 18 Stockwerke hohen Towers als Fünf-Sterne-Hotel, Restaurant und Designcenter wurde ein wesentlicher Beitrag zur innovativen Städteplanung geleistet. Einen ebensolchen Akzent setzte die Schweizer Installationskünstlerin Pippilotti Rist mit ihrer Lichtdecke FREIHEIT IN UND ÜBER UNS. Es lohnt sich, beim nächsten Wienbesuch ein paar erhellende Blicke an diese Lichtdecke zu werfen. Sie erstreckt sich auf rund 2.000 m2 an der auskragenden Decke beim Hoteleingang und im Foyer, auf der Decke des Wintergartens und der Decke des gesamten Panoramarestaurants im 18. Stock, wo es sich wirklich lohnt, bei einer Wiener Melange den Blick über die Stadt bis über den Kahlenberg hinaus zu genießen. Im Nouvel-Bau entstand auch aus rund 30 Geschäften unter der Dachmarke von stilwerk eine exklusive Plattform für Einrichtung, Design und Lifestyle. Erwähnenswert ist auch das außergewöhnliche Projekt von Blachere im Innern des Towers: Glänzende Engelsflügel schweben im Innenraum des Stilwerks über drei Stockwerke und setzen glanzvolle Highlights. Der internationale Marktführer für Lichtdekoration (bekannt geworden durch die Illumination der Champs-Élysées oder des Eiffelturms) setzt Städte, Plätze und Gebäude mit emotionalen Lichterwelten in Szene. Blachere Illumination entwickelte gemeinsam mit dem Wiener Designer Rainer Mutsch ein glamouröses Lichtkonzept namens „Crystallights“. Insgesamt hüllten 550.000 Kristall-Lichter die Kärntner Straße in ein glanzvolles Weihnachtslicht. Warmweiß leuchtende LED-Lichtvorhänge, umgeben von Kristallschnüren, sorgen auch bei Tageslicht für eine glanzvolle Anmutung. Und für den Wiener Graben hat Robert Karrer eine Beleuchtung entworfen, die die Exklusivität und Noblesse der berühmten Einkaufsstraße unterstreicht. Überdimensionale Kronleuchter mit insgesamt 270.000 Lichtpunkten machen den Graben zum größten Ballsaal der Welt und verleihen der Straße zugleich eine unvergleichbare Strahlkraft und Identität.


Lichtobjekt im MAK: "f.aid" von mischer'traxler.


Silikonleuchte "Apollo" von Patrick Rampelotto.


Die Lichtdecke der Installationskünstlerin Pippilotti Rist im Nouvel-Tower.



Doch auch abseits der Nobel-Einkaufsstraßen finden sich in den jungen Designstores rund um das Neubauviertel kleine, aber feine Geschäfte, wie zum Beispiel „das möbel“. Dort können neue Möbel getestet werden, wobei die Rückmeldungen der Gäste in die Weiterentwicklung der Produkte einfließen. Unter dem Motto „Rundherum ins neue Licht gestellt“ zeigt der MAK Design Shop neue Lichtobjekte nach Entwürfen junger Designer, die derzeit in Wien leben und arbeiten. Gezeigt werden Marco Dessi für Lobmeyr, die neue DRAWING LAMP von Thomas Feichtner für Lobmeyr, Leuchten von mischer’traxler, jüngst in einem Workshop für „das möbel“ entstanden, oder die Silikonleuchten APOLLO von Patrick Rampelotto. Das Familienunternehmen Lobmeyr gilt als weltbekanntes Handelshaus für Glaswaren und bietet auf zwei Etagen alles an Hochwertigem. Interessant ist auch ein Besuch im Blaulicht-vis-a-vis, wo sich neben Designleuchten auch Wohnaccessoires finden. Ebenso lohnend ist Rampf Licht; der Inhaber versteckt in der oberen Etage ein kleines Leuchtenmuseum, wo Liebhaber so manches Highlight bewundern können. Abseits des Leuchten-Pilgerpfades laden traditionelle und moderne Cafés und Restaurants rund um Naschmarkt, Donaukanal oder Stephansdom zu einem Besuch ein. Und als Geheimtipp empfehlen wir Ihnen, nebst der Sachertorte einmal die Imperialtorte zu probieren – eine Wiener Köstlichkeit!


"Papierlampe" des Wiener Designers Sascha Johannik.


INFO

Tipps für Design- und Leuchtenliebhaber:

MAK Design Shop: alles rund um das Thema Design. Stubenring 5, A-1010 Wien, www.makdesignshop.at

Stilwerk und Lichtdecke von Pippilotti Rist im Nouvel-Tower. Praterstraße 1, 1020 Wien

das möbel / das cafe: Design wird auf Alltagstauglichkeit geprüft. Gumpendorferstraße 11, 1060 Wien, www.dasmoebel.at

J. & L. Lobmeyr: traditionsreiche Manufaktur für Glas, Luster, Beleuchtung und feines Porzellan. Kärntner Straße 26, 1010 Wien, www.lobmeyr.at

Rozet & Fischmeister: Jugendstiljuwelier. Kohlmarkt 11, 1010 Wien, www.rozet-fischmeister.com

WOKA Lampen: fertigen Leuchten nach Entwürfen bedeutender Künstler und Architekten des frühen 20. Jahrhunderts, Singerstraße 16, 1010 Wien, www.woka.com

Blaulicht-vis-a-vis: Designerleuchten und Wohnaccessoires auf hohem Niveau. Fragen Sie nach der Wand- und Deckenleuchte IGEL, Sie werden begeistert sein.
Marc-Aurel-Straße 3, 1010 Wien, www.blaulichtdesign.at

Design I Art Rampf: Uriges Leuchtenmuseum im oberen Stockwerk des soeben neu gestalteten Schauraums. Kinderspitalgasse 1-3, 1090 Wien, www.designrampf.at

Messe BLICKFANG Wien: Jährlich stattfindende Designmesse im MAK, Wien. Hier präsentieren junge Designer Ihre Objekte, darunter Schmuck, Leuchten, Möbel oder Mode. www.blickfang.com

Und für die Kaffeepause zwischendurch:
Das kleine Cafe:
vom Wiener Architekten Hermann Czech in mehreren Phasen zwischen 1970 und 1985 immer wieder umgebaut. Beachtenswert auch die Beleuchtung.

Cafe Korb: Philosophencafé mit erotischer Toilette (absolut sehenswert). Brandstätte 7-9, 1010 Wien, www.cafekorb.at

Cafe Hawelka: legendäres, vielfach besungenes Café. Dorotheergasse 6, 1010 Wien, www.hawelka.at

Und ein Geheimtipp für typische Wiener Hausmannskost in uriger Atmosphäre:
Zum Alten Fassl: Beisl-Restaurant, Ziegelofengasse 37, 1050 Wien, www.zum-alten-fassl.at

Text: Petra Augustyn, Wien

 
 
 
 
     
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