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Mailand

Auch dieses Jahr stellt sich die Frage, wie sich die Mailänder Möbelmesse und die EUROLUCE entwickeln werden. Wir begeben uns auf eine Lichtreise in das wunderschöne Mailand und schauen, was es Sehenswertes für Designliebhaber gibt.

Für Mode- und Designliebhaber ist Mailand ein Eldorado. Die wichtigsten Schaufenster der Kreativität sind natürlich die Messen: Mode im März und Oktober, Möbel und Licht beim Salone del Mobile und die EUROLUCE im April. Zu dieser Zeit trifft sich in Mailand alles, was in puncto Design und Einrichtungstrends ein Wort mitzureden hat. In diesem Jahr werden vom 12. bis 17. April rund 2500 Aussteller ihre neuesten Produkte und Entwürfe präsentieren.


Das trendige Navigli-Viertel mit dem Naviglio Grande ist ein Hotspot in Mailand.

Wie gewohnt zeichnet sich die Mailänder Messe durch eine breite Palette an Top-Neuheiten aus. Zur Möbelmesse-Zeit ist Mailand besonders sehenswert, denn eine ganze Reihe begleitender Events, wie zum Beispiel die Zona Tortona, macht die Stadt auch für den Laien interessant.  Die Zona Tortona ist für gewöhnlich der Brutplatz neuer Ideen und eigentlicher Hotspot der Messe. Junge, hungrige Designer liefern hierbei starke, neue Ideen. Lichtblicke der vergangenen Jahre waren Marken wie Moroso und Diesel, Kartell oder Flos.


In der Einkaufsmeile Monte Napoleone wurden während der Möbelmesse
überdimensionale Lampenschirme installiert.

Shopping in Milano
Alles, was in der Designwelt Rang und Namen hat, stellt im Goldenen Karree aus. Weniger überkandidelt geht es in der nahegelegenen Einkaufsstraße Corso Vittorio Emanuele II zu, der Fußgängerzone direkt hinter dem Dom. Man beachte die Piazza Liberty mit einer sehenswerten Jugendstilfassade. Die Galleria, die den Domplatz mit der Piazza della Scala verbindet, ist nicht nur der Salon Mailands mit seinen Cafes und dem berühmten Camparino (jetzt: Zucca in Galleria), sondern auch eine Einkaufspassage mit schönen Boutiquen, Buchhandlungen und dem legendären Hutladen Borsalino. Neben den teuren Modegeschäften gibt es in Mailand auch viele Läden, in denen man etwas weniger exklusive Mode erstehen kann.


Kartell wurde 1949 in Mailand von Guido Castelli gegründet. Leuchte "Fl/y".


Dabei hat jedes Viertel seinen eigenen Charakter: So geht es im Brera-Viertel auf dem Corso Garibaldi und dem Corso Como mehr künstlerisch-kreativ zu, während die Geschäfte in Domnähe eher Traditionelles präsentieren. Wie im Mittelalter reorganisieren sich manche Einkaufsstraßen nach Themen. So findet man zum Beispiel viel Möbel und Design in der Via Durini und Umgebung, Leuchtendesign zwei Straßen weiter im Corso Monforte. Die Porta Venezia, das ehemalige Oststadttor, ist auch heute noch ein Tor, und zwar eine Grenze zwischen verschiedenen Welten: dem strengen, eleganten, neoklassischem Corso Venezia und dem lauten, bunten Corso Buenos Aires, der längsten Einkaufsstraße Mailands mit über 350 Geschäften und allen nur erdenklichen Design-Highlights. Eine Tendenz geht zu den so genannten Temporary Shops: Läden, die nur kurze Zeit existieren, etwa zu Weihnachten oder während der Möbelmesse und der EUROLUCE, und dann wieder ihre Pforten schließen.


Ein Mailänder Klassiker aus dem Jahre 1976: die Pendelleuchte "Sonora 493".


Sie sollten auf jeden Fall einen Blick in den Mailänder Showroom des Labels Poltrona Frau, Via Durini 1, werfen. Mit viel Glück treffen Sie dort Matteo di Montezemolo, den Delegierten des Verwaltungsrates der Investmentgesellschaft Charme Investments und Vizepräsidenten von Poltrona Frau. Matteo ist der Sohn von Luca Cordero di Montezemolo, einem der einflussreichsten Persönlichkeiten Italiens. Die Lichtquelle des Charm-Investment-Imperiums ist die Marke Nemo. „Wer einen kompletten Markenfächer anbieten will, muss auch Licht anbieten“, davon ist Matteo di Montezemolo überzeugt. Aus der Nemo-Kollektion ist die Stehleuchte Constantin Brancusi nennenswert. Bei dieser Leuchte aus verchromtem Stahl und Aluminium handelt es sich um eine Hommage an Brancusis Skulptur „die endlose Säule“. Möbelfirmen, die im Ensemble auch Leuchten herstellen, scheinen sich als untrüglicher Trend für die Zukunft zu erweisen.


Flos ist keine Mailänder Firma, eröffnete aber bereits 1968 den ersten Showroom dort. Foto: Lichtsystem "Soft Architecture"


Rund um die Nationalgalerie Brera entstand das Brera-Viertel, eines der lebendigsten Szeneviertel der Stadt. Wo sich früher Künstler, Schriftsteller und Bohemiens in den kleinen, einst verschmähten und heute sehr beliebten Gassen trafen, haben Architekten die einfachen Häuser in luxuriöse Domizile verwandelt. Schicke Antiquitätenläden, Galerien und Lokale locken Kunden aus aller Welt an. Tagsüber ist das pulsierende Herz der Stadt die Piazza del Duomo. Wo sich bis zum Anfang des 19 Jahrhunderts noch schöne, alte Häuser dicht aneinanderdrängten, finden heute große politische Versammlungen, Wahlkampagnen und Kundgebungen statt.


Eine Hommage an die "endlose Säule" des Künstlers Brancusi. Stehleuchte "Constantin Brancusi" von Nemo Cassina.


Einen Besuch wert ist auf alle Fälle das trendige Navigli-Viertel, wo sich neben Künstlern und Designern auch viele Studenten tummeln. Kein Wunder, denn das nette Viertel am Kanal ist für seine Bars, Restaurants und alternativen Läden bekannt. Der Naviglio Grande lädt auch zu aufregenden Bootstouren ein.

Das andere Gesicht von Mailand

Bei einem Spaziergang im ältesten Teil der Stadt, in den engen Gasen zwischen dem Corso Magenta und der Via Torino, lernt man ein anderes Gesicht Mailands kennen. Das Pirelli-Hochaus an der Piazza Duca D’Aosta. Die Skyline von Manhattan stand schon lange, als man in Mailand zum ersten Mal das alte Gebot brach, kein Gebäude dürfe höher sein als die goldglänzende Madonnina auf der höchsten Spitze des Doms. Der ästhetisch gelungene Wolkenkratzer der Stadt (127 m hoch), den Gio Ponti 1955 am Hauptbahnhof erbaute, ist seit 1979 Sitz der lombardischen Regierung.


Der bei Mailand ansässige Hersteller Lumina wurde in den 1970er Jahren gegründet. Leuchte "Galileo".


Abseits dieses Horizonts zeigt sich Mailand als selbstbewusste Hauptstadt der Mode- und Automobilindustrie und der Finanzmärkte. Angesagte Modehäuser, Medien- und Werbeagenturen – das wohlhabende und kosmopolitische Mailand ist als moderne und vibrierende Stadt bekannt, hat aber das Alte nie mutwillig verdrängt. Das Leonardo-da-Vinci-Museum ist ebenfalls einen Besuch wert. Ein Muss ist natürlich das nahe gelegene Abendmahl Da Vincis in der Santa Maria delle Grazie (nur mit Reservierung möglich, mindestens 2 Wochen vorher). Auch die zahlreichen Cafés, die nun auch einige der Modezaren ihren Kunden bieten, sind für Designverliebte sehenswert: Armani in der Via Manzoni, Just Cavalli in der Via Spiga, Gucci in der Galleria Vittorio Emanuele. Neu im Caffè Trussardi ist der „unexpected Garden“ hinter einer Kristallwand. Im ersten Stock ist das renommierte Restaurant Trussardi di alla Scala (Tel.: 02 80 68 82 01 – unbedingt reservieren) mit feinster internationaler Küche untergebracht. Für die feinen, alten Mailänderinnen ist eine Pause im historischen Caffè Cova (Via Monte Napoleone 8) ein Ritual. Hier erwarten einen köstliche, aber auch nicht ganz günstige Kuchen und ebensolches Gebäck. Wo einst Cairoli, Mazzini und Garibaldi ihren Kaffee genossen haben, treffen sich heute Shopping- und Designliebhaber.


Zu Mailand gehört natürlich auch Fornasetti. "Sole" und "Emisfero".


Sollte das alles immer noch nicht Grund genug für Sie sein, Mailand während dieser Messesuperlative zu bereisen, dann abschließend noch ein paar weitere unumgängliche Hardfacts, die diese Stadt einzigartig machen: In Mailand, so sagt man, riecht angeblich sogar der Smog nach Gucci, es finden sich dort zwei legendäre Fußballteams und die höchste Model-Dichte Europas. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen erhellende Momente und ein herzliches MOLTO LUCE!
Text: Petra Augustyn

 
 
 
 
     
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