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Paris

Die französische Metropole ist bekannt für Kunst, Mode und Düfte. Doch auch die Beleuchtung der Stadt und das Lichtdesign sind hier nicht wegzudenken. Ein Blick in die Welt des Pariser „Lichtlebens“.

„Paris is always a good idea“ war einer der Lieblingssprüche von Audrey Hepburn.  Aus gegebenem Anlass liegt viel Wahrheit in dieser Umschreibung, denn die Einrichtungsmesse Maison & Objet in Paris-Nord Villepinte präsentiert zweimal im Jahr die Trends aus der Design- und Möbelwelt. Paris bleibt tonangebend für die großen und kleinen Entscheidungen im Leben, so auch in Einrichtungsfragen. Muster und Farben dominieren dieses Jahr die Räume – man greift gerne wieder auf solide Materialien zurück und zitiert damit vergangene Epochen. Doch auf welchem Hintergrund basiert dieser Trend?


Die Glaspyramide des Louvre strahlt seit kurzem mit neuem LED-Licht von Toshiba.

Paris, ein Phänomen der Moderne

Mit der Industrialisierung wurde aus der Stadt eine Metropole, aus dem privaten Licht ein öffentliches und aus den stillen Salonabenden ein reges Nachtleben. Nicht nur Denker wie Baudelaire, Voltaire, Breton oder Victor Hugo gaben der Stadt den Glanz einer intellektuellen Hochburg, auch die Straßenbeleuchtung durch das Gaslicht war eine Innovation. Zuvor herrschte eine klare Grenze zwischen Tag und Nacht. Im 16. Jahrhundert kam dann erstmals der Gedanke an eine permanente öffentliche Beleuchtung auf. Im absolutistischen Staat erfolgte die Installation von Straßenlaternen zur Sicherung von Ordnung und Kontrolle. An einem quer über die Straße gespannten Seil hängend, befanden sich diese Laternen über der Mitte der Straße und repräsentierten die Herrschaft des Roi Soleil.


"Gigotte" besteht aus einem innovativen Papier.
Design: Elise Fouin.


Das öffentliche Licht des 17. und 18. Jahrhunderts hatte also an erster Stelle eine Macht- und Überwachungsfunktion. Das erklärt auch die Laternenzerstörung, die zu dieser Zeit begann. Sie repräsentierte gleichsam den Aufstand gegen die kaiserliche Autorität – mit dem Auslöschen des Lichts war symbolisch das Auslöschen der Herrschaft gemeint. Die Stadtbeleuchtung war auch der Ursprung des Pariser Nachtlebens, und das förderte ein reicheres Vergnügungsangebot. Mit seinen breiten Bürgersteigen, erleuchteten Schaufenstern und Reklamelichtern, Cafés und Restaurants war der Boulevard Schauplatz der Pariser Gesellschaft, die Tag und Nacht dort promenierte. Der absolute Höhepunkt war dann die Weltausstellung in Paris um 1900. Mit ihren vielen verschiedenen Publikumssensationen glich die Schau einem großen Jahrmarkt der Vergnügungen. Zu sehen waren unter anderem: das manoir à l´envers, ein auf dem Kopf stehendes Haus; ein beweglicher Riesenglobus aus drei ineinanderliegenden Kugeln, der das Universum darstellte, beweglich und begehbar war; ein Riesenrad mit gigantischen 100 Metern Durchmesser, das noch bis 1937 bestand. Ein besonderer Publikumsmagnet war das größte Fernrohr der Welt.
Das Wahrzeichen der Stadt – der Eiffelturm – prägt heute wie damals das Bild der Stadt; durch seine beeindruckende Illumination auch nachts. Mit der neuen LED-Beleuchtung des Louvre setzt die französische Metropole auch ein Zeichen in Sachen Energieeffizienz. Die Glaspyramide des Louvre strahlt seit  dem 6. Dezember in neuem, energieeffizientem LED-Licht.


Was wäre Paris ohne die Jugendstil-Metroeingänge. Auch nachts ein bezauberndes Schauspiel.

Vive la Lichtdesign!

Ein bedeutender Pariser Lichtdesigner ist Serge Mouille (1922-1988), der seine Karriere mit einer Ausbildung zum Silberschmied begann. Während der 50er Jahre entwarf er Leuchten der berühmten „Serie Noir“ und große Wand- und Stehleuchten mit zahlreichen Armen. Er sah seine Leuchten als eine Reaktion auf italienische Modelle, welche zu Beginn der 50er Jahre den Markt überrollten. Seine Arbeiten wurden zu jener Zeit hauptsächlich in der Galerie Steph Simon in Paris gezeigt. Ende der 50er Jahre inspirierte ihn die Einführung der Neonröhre zur Entwicklung der Bodenleuchte „Collonnes“. 1961 gründete Mouille die Société de création de modèles, um jungen, unkonventionellen Lichtdesignern eine offizielle Plattform zu bieten. Für sein Lebenswerk als Metallschmied und Designer erhielt er 1976 die Ehrenauszeichnung der Stadt Paris. Die Re-Edition seiner Klassiker wird im Atelier Mouille mit den Originalwerkzeugen und weitgehend von Hand gefertigt. Jede Leuchte wird nummeriert und mit einem signierten Echtheitszertifikat geliefert.


"Long&Hard" ist eine Leuchte des Designers Philippe Starck (für Flos).

Ein anderer eng mit Paris verbundener Lichtdesigner ist Christian Girard, der in den 60er Jahren die Azimut-Leuchte entwarf und Hunderte von Geschäften und Nachtclubs leuchten ließ. Auch heute noch produziert Azimut Industries innovative Leuchten. Als waschechter Pariser und weltbekannter Stardesigner reiht sich auch Philippe Starck in die Riege der Großen der Lichtdesignszene ein. Starck hat neben bedeutenden Kollektionen für die Marken Duravit oder Axor auch Leuchten für Flos und Baccarat entworfen. Erwähnenswert ist außerdem der herausragende Pariser Leuchtendesigner Arik Levy. Die zusammengefügten, raumfüllenden Gebilde sind sein Markenzeichen. Auch seine Reminiszenz an den Baccarat-Lüster Zenith verleiht einer Tradition neuen Charme und lässt sich gut mit modernen Accessoires im Einrichtungsbereich kombinieren. Ein gleiches Experiment wagte der französische Leuchtendesigner Mathias mit seiner „Mille Nuits“-Serie und hinterließ beachtlichen Eindruck bei der diesjährigen Maison & Objet. Der klassische Kristalllüster scheint sich einem Revival zu nähern. Die Pariser Designszene bringt derzeit eine Vielzahl neuer, kreativer Köpfe hervor und wird sicherlich künftig eine entscheidende Rolle im Lichtdesign spielen.



Die Klassiker von Serge Mouille werden noch
originalgetreu hergestellt.

 
 
 
 
     
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